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Der Unterricht im Hebräiſchen und Engliſchen wurde von den Fachlehrern Colombel und Barbieur in öffentlichen Stunden ertheilt, die Theilnahme daran war aber freiwillig. Erſterer erſtreckt ſich über die zwei, letzterer über die vier oberſten Klaſſen des Gymnaſiums, und beträgt wöchentlich je 4 Stunden. Die Zahl der Theilnehmer am Hebräiſchen betrug im Sommer 29, im Winter 16 Schüler; am Engliſchen nahmen im Sommer 23, im Winter 22 Schüler Theil.
Die Privatlectüre wurde überwacht und geleitet im Allgemeinen durch alle Mittel, welche Unterricht und Disciplin an die Hand geben. Sie begann in der V. Claſſe mit den leichteren Biographien des Corn. Nepos, die in dem vorherge⸗ henden Curſus nicht öffentlich waren geleſen worden, und ging, an die Klaſſenlection ſich anlehnend, geſteigert nach Maß und Inhalt, fort bis zur Prima. Als Kern⸗ punkte dieſer Privatlectionen wurden Latein und Griechiſch von den betreffenden Lehrern in ſpecielle Leitung genommen, und mit Repetitionen verbunden, die theils an den Klaſſenunterricht geknüpft, theils in außerordentlichen Stunden vorgenommen wurden. Auch in andern Disciplinen, z. B. Geſchichte, neueren Sprachen wurde die Privatthätigkeit der Schüler vielfach geübt und geregelt durch die beſondere Sorgfalt des Lehrers. Das Nähere hierüber enthält die Ueberſicht der Lehrgegen⸗ ſtände.
Zu dieſen Privatübungen gehören auch die außerordentlichen Geſangſtunden, die mit kurzer Unterbrechung das ganze Jahr hindurch, in wöchentlichen 2 Abend⸗ ſtunden der Geſanglehrer des Gymnaſiums, Herr Weppelmann, mit zweien aus den 4 oberen Klaſſen gebildeten Sängerchören hielt, und bei denen ſich der Director, zur größeren Förderung des ſchönen Zweckes, regelmäßig perſönlich betheiligte. Sie dienten ſowohl zur Fortbildung im Geſange überhaupt, als insbeſondere zur Einübung von kunſtmäßigeren Chören, Quartetten und Soli's, die bei öffentlichen Gelegenheiten vorgetragen wurden. Dabei fanden verſchiedene Theile des Kirchenge⸗ ſanges, wie früher, die gebührende Berückſichtigung. Die Fachliebe und hingebende Thätigkeit des Lehrers, wie der Eifer und brave Fleiß der Sänger, machten dieſe Uebungsſtunden für Erreichung des vorgeſetzten Zweckes beſonders fruchtbar.
Inſtrumentalmuſik liegt dagegen am Gymnaſium ganz darnieder, und darin eins der wichtigſten Mittel für Kunſt und Geſchmacksbildung. Kleinere Vereine unter den Gymnaſiaſten, die ſich vordem von Zeit zu Zeit unter Leitung von Privat⸗ lehrern gebildet und erhalten hatten, löſ'ten ſich theils durch Entfernung der Leiter


