Jahrgang 
1851
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ſinnung durch das Mittel ihres Sohnes bethätigen. Einen ſo durch die eigenen Eltern der Schule und ihren Lehrern entfremdeten Knaben oder Jüngling ſollten dieſe ganz von derſelben entfernen; er kann, wenn er keine unverderbliche Natur iſt, fortan nicht beſſer werden. Wie weit übrigens die Verblendung mancher Eltern hierin geht, davon enthält die innere Geſchichte der Schule manches Beiſpiel, das wohl niederſchlagen kann. Allerdings können auch Mißgriffe in der Schule ſtatt haben: wo Menſchen handeln, da gibt's auch menſchliches Fehlen; aber der Lehrer wird auch für ſeinen Mißgriff einſtehen, wenn er auf die gebührende Weiſe dazu veranlaßt wird. Mögen darum doch alle Eltern in Vertrauen und Gemeinſchaft mit der Schule wirken; es führt nur dieſes zur Beruhigung und zum Ziel.

Auch Unterſtützung und Wohlthat, die wir mit dem innigſten Danke an ſo manchen mittelloſen Schüler unſerer Anſtalt von edlen Jugendfreunden nah und ferne gereicht ſehen, entſprechen nur dann der beſſeren Abſicht der Geber, wenn ſie dem Würdigen zu Theil werden. Nur wo Talent mit unverdorbenem Charakter ſich verbindet, da fördert fremde Mildthätigkeit in der Schülertugend das Schüler⸗ glück, und erhält dem Vaterlande und beruflichen Leben eine Kraft, die widrige Lebensverhältniſſe nicht zur Entfaltung kommen ließen. Wird dagegen Talentloſig⸗ keit unterſtützt, ſo hört die Gabe auf, eine Wohlthat zu ſein; ſie erhält den armen Schüler nur auf einer Bahn, worauf er unter Kümmerniſſen und Sorgen aller Art für ſich und die Seinigen, gequält vom traurigen Gefühl der Unzulänglichkeit, ſein Jugendleben vertrauert, ohne jemals das Ziel zu erreichen, das er erreichen will und ſoll, während die Stelle im Leben leer bleibt, wo er einſt mit Segen hätte wirken können. Iſt ein ſolcher Empfänger von Wohlthaten aber ſittlich un⸗ zuverläßig und beherrſcht von verderbten Neigungen und Gewohnheiten, die ſein Aufenthalt auf der Schule nährt und ſtärkt, ſo wäre es wohlthätiger für ihn und Andere, er würde genöthigt, einen andern Lebensberuf zu wählen, der ſeinem Hange zum Unſittlichen weniger Nahrung böte; vielleicht daß das ernſtere Lebensverhältniß ſeine Rückkehr zum Beſſeren da leichter bewirkte, und zum nützlichen Gliede der Geſellſchaft ihn bildete. Damit nun die Wohlthat den Würdigen treffe, und der edlen Abſicht des Gebers, mittelloſe Knaben von Tugend und Talent zu unterſtützen, entſpreche, muß ſie vermittelt werden durch Perſonen, denen eine genaue Kenntniß des betreffenden Schülers Möglichkeit und Pflicht iſt. Auch dieſe Vermittlung wird jeder gewiſſenhafte Lehrer gerne übernehmen; fördert es ja doch ſeine ſittliche Auf⸗