Jahrgang 
1851
Einzelbild herunterladen

7

gabe am Gymnaſium, wenn in ſeiner Hand die Gabe des Wohlthaͤters zur Be⸗ lohnung des Verdienſtes wird, und neben der materiellen Unterſtützung eines braven Schülers auch ſein wiſſenſchaftliches und ſittliches Streben darin Antrieb und Nahrung erhält.

Dieſe einzelnen Punkte aus der inneren Geſchichte des Gymnaſtums verdienen um ſo mehr in einem Programme, das über die betreffende Anſtalt nach ihrer inneren und äußeren Entwickelung und Stellung öffentliche Rechenſchaft ablegen ſoll, zur Sprache gebracht zu werden, als ſie tiefer in das Leben derſelben eingreifen, und auf Erfolg und Geiſt der Schule mächtiger wirken, als die äußeren Verände⸗ rungen und Zuſtände, welche daran ſtatt haben.

Von dieſer Seite war das Sommerſemeſter, welches vom 15. April bis zum 12. September 1850 dauerte, und nur durch die achttägigen Pfingſtferien unter⸗ brochen wurde, ohne erhebliche Störung geblieben. Erkrankt auf einige Zeit und dadurch ſeinem Dienſte entzogen, war nur ein Lehrer, nebſt dem Director, der aus gleicher Veranlaſſung ſich einen Urlaub erbitten mußte zum Beſuch einer auswärtigen Heilanſtalt, die ihn die letzten zehn Tage des Semeſters vom Dienſte fernhielt. Da⸗ gegen trat gleich zu Anfang des Winterſemeſters, vom 12. October 1850 bis zum April 1851, wieder eine fühlbare Veränderung im Perſonale der ordentlichen Lehrer ein, indem Herr Profeſſor Schmitt als Referent für das Schulweſen und Vor⸗ ſitzer des Schulcollegiums nach Wiesbaden verſetzt wurde, und ſchon mit dem 1. Dezember aus dem hieſigen Collegium ſchied. Die übrigen Collegen übernahmen bereitwillig ſeine Lectionen, wie ſein Ordinariat und ſeine disciplinariſchen Verpflich⸗ tungen, hofften aber um ſo mehr auf unverzögerten Erſatz, als wir bereits ſeit April 1849 einen andern abgegangenen Lehrer gemeinſchaftlich erſetzten, indem die Stelle des Herrn Profeſſor Bellinger dahier fortwährend offen blieb, und wir ſo zwei volle Lehrerkräfte, und zwar in den oberſten Klaſſen, weniger hatten, als an den beiden andern Gymnaſien des Landes. Die Ueberlaſtung des Perſonals auf der einen Seite, und die poſitiven Nachtheile, die auf der andern Seite für Unterricht und Erziehung in allen Klaſſen durch Lehrerwechſel, proviſoriſche Ver⸗ ſehung, beſonders aber in der zweiten Klaſſe durch Abgang des Ordinarius, der zugleich den größeren Theil des lateiniſchen Sprachunterrichtes beſorgt hatte, nothwendig ſtattfinden mußten, machten dieſe Wiederbeſetzung zur dringlichen. In⸗ deſſen verzögerte ſie ſich bis zum 17. Februar 1851. Mit dieſem Tage trat Dr.