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und Lehrer auf dem Lande, wohl beherzigen, daß ihre beſte Abſicht zum Verderben ausſchlagen kann ja muß, wenn die Vorbedingungen zum wiſſenſchaftlichen Berufe, Anlage und Neigung, nicht gegeben und unverkennbar indicirt ſind. Entmuthigung, Verkümmerung und Ausartung ſind in ſolchem Falle die unausbleiblichen Folgen, und ein Menſchenleben, das in der naturgemäßen Sphäre die glücklichſte Entwicke⸗ lung und Brauchbarkeit gewinnen würde, geht durch ſolche übelberathene Einwirkung auf das Geſchick des Knaben nur zu oft für immer verloren. Noch mehr ſind ſolche talentloſe Schüler zu bedauern, wenn ihnen, neben den innern Mitteln, auch die äußeren, Geſundheit und wenigſtens ein kleiner Theil eignen Vermögens ſo ganz und gar abgehen, daß ſie nur fremder Mildthätigkeit überwieſen ſind, und, ſchlim⸗ mere Folgen nicht betrachtet, zur geiſtigen Verkümmerung auch die phyſiſche für ſie und ihre Angehörigen ſich geſellt. Möge darum, bevor ein Knabe zum Studiren beſtimmt wird, die ernſte Frage ernſt und allſeitig erwogen werden, ob er auch dazu tauge, und ob er nicht den zweifelhaften Beruf eines Studirten mit zu großen Opfern für ſich und die Seinigen erkaufe.
Zum zweiten iſt es eine höchſt betrübende Erſcheinung, wenn die ſittlichen Zwecke einer Lehranſtalt nur innerhalb der engeren Schulräume gewahrt, und nicht auch außerhalb derſelben allſeitig und gewiſſenhaft unterſtützt werden. Schule und Leben ſind als Factoren der Jugendbildung unzertrennlich, und müſſen gemeinſam zum Beſſeren wirken, wenn in der erſten für das letztere eine unverdorbene, that⸗ und geiſteskräftige Jugend erzogen werden ſoll. Iſt dieſes ein für jegliche Schuler⸗ ziehung anerkannter Grundſatz, ſo erhält er bei einem Gymnaſium um ſo größere Bedeutung, als ſeine Zöglinge durch Alter und Bildungsſtand in näherer Beziehung zu den verſchiedenen Formen des häuslichen, ſocialen und öffentlichen Lebens ſtehen, und unter ihrem unmittelbaren Einfluſſe das eigne Denken und Thun zum großen Theile geſtalten. Wird hier dem ſittlichen Zwecke der Schule, wenn auch unbewußt und unfreiwillig, nicht zu-, vielleicht entgegengewirkt, ſo wird dieſe, bei aller Sorge und Hingebung ihrer Lehrer, den wichtigſten Theil ihrer Aufgabe, die ſittliche Er⸗ ziehung des jungen Geſchlechtes, nur unvollkommen löſen können. Die Güte des Bodens ſichert nicht das Gedeihen der jungen Pflanze: Licht und Luft müſſen rein und lebenskräftig ſie umſpielen, wenn ſie zu Blüthe und Frucht heranwachſen ſoll. Beſonders muß das Zuſammenleben in Haus und Familie, das in ſeiner innigen und ſtetigen Einwirkung auf die Jugend, ſo wirkſam wie unbewacht, die erziehende


