Jahrgang 
1849
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vollzählig, und 2 volle Lehrerpenſa mußten, eins für das ganze Jahr, das zweite für ein Vierteljahr, unter die übrigen Kräfte vertheilt werden. Unſer College, Herr Prof. Bellinger, zum Mitgliede der Naſſ. Deputirtenkammer erwählt, war, bis auf wenige Tage im Anfange des Sommerſemeſters, bis heute ſeinem Schuldienſte entzogen, und Herr Prof. Rotwitt erlag am 23. September 1848 dem Nervenfieber. Die Theilnahane, welcher dieſer unerwartete Todesfall bei Lehrern und Schülern, wie bei allen Kreiſen der hieſigen Geſell⸗ ſchaft erregt, und die ſich bei ſeiner Beerdigung am 26. September bethätigt hat, war eben ſo groß als ſie verdient war bei den vortrefflichen Eigenſchaften des Verſtorbenen als Menſch und Lehrer. Da ſeine Beſtattung in die Ferien fiel, und nicht alle Schüler herbeieilen konnten, ihrem geliebten Lehrer die letzte Ehre zu erweiſen, ſo wurde zu Anfang des Winterſemeſters bei den Eröffnungs⸗ worten des Directors, auf ſeinen Tod die gebührende Ruckſicht genommen. und ſein Andenken durch eine kirliche Feier geehrt. Auch vereinigten ſich die Lehrer und Schüler des Gymnaſiums mit einigen näheren Freunden des Ge⸗ ſchiedenen zur Errichtung eines einfachen wuüͤrdigen Denkmales auf ſeinem Grabe, deſſen Ausfͤhrung des Gebäudes*) Loſſen aus Freundſchaft über⸗ nehmen, und welches demnächſt aufgeſtellt werden ſoll. G Außer dieſem Trauerfalle haben noch einige Perſonalveränderungen am hieſigen Gymnaſtum Statt gehabt. Der bisherige Schreiblehrer Caspar Bonn der älteſte Lehrer des Collegiums, der ſeit der Organiſation von 1817 die kalli⸗ graphiſchen Uebungen in den zuſtändigen Klaſſen des Pädagogiums und Gym⸗ naſiums treu und gewiſſenhaft geleitet hatte, und der einzige Lehrer war, der. von 1817 bis 1848 alle wechſelnde Zuſtände der hieſigen Gelehrtenſchule mit⸗ durchlebt und mitbeſtanden hatte, wurde mit ſeines activen Gehaltes als Schreiblehrer emeritirt, und der Schreibunterricht in den Unterklaſſen des

) Seine edlere Theilnahme an unſerer Schulez bewährte unterdeſſen auch Matth. Loſſen von der Michelbacherhütte dadurch, daß er die zerſprungene Glocke des Gymnaſiums unentgeltlich umgoß, ſo daß der Ruf zur Schule nun nicht mehr heißer, ſondern freudig und hell erklingt, und die gewählte Aufſchrift der GlockeDiligenti resono dulce materiell zur Wahrheit wird.