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Die Verfaſſungsfeier konnte infolge der Ferien erſt am 19. Auguſt abgehalten werden. Die Feſtrede hielt Studienrat Fink.
Am 19. Dezember fand eine gemeinſame Weihnachtsfeier unſerer Schule ſtatt. Im Mittelpunkte der Feier ſtand ein altdeutſches Krippenſpiel, das Frl. Velke eingeübt hatte, die auch, unterſtützt von Herrn Geller, die künſtleriſche Leitung des Ganzen übernommen hatte. Beiden ſei auch an dieſer Stelle nochmals gedankt!
Seit dem Ende des Krieges wird der körperlichen Ausbildung der männlichen und weib⸗ lichen Jugend erhöhte Bedeutung beigelegt. Auch an unſerer Schule werden alle körperlichen Übungen eifrig gepflegt. Daß dies mit Erfolg geſchieht, bewies der Ausgang der Neichsjugend⸗ wettkämpfe von 1925. Sie fanden diesmal in Verbindung mit dem 32. mittelrheiniſchen Kreis⸗ turnfeſt ſtatt, ihre Durchführung hatte daher auch die Gießener Turnerſchaft übernommen. 55 unſerer Schülerinnen errangen in den verſchiedenen Altersſtufen Preiſe.
Spielſtunden konnten ſeither nicht abgehalten werden, da wir keinen Platz hatten. Erſt gegen Ende des Sommerhalbjahres ſtellte uns der Verein für Bewegungsſpiele durch Vermitt⸗ lung der Stadt ſeinen ſchönen, mitten im Wald gelegenen Platz zur Verfügung, der von uns hoffentlich auch in den kommenden Jahren benutzt werden darf.
Durch Verfügung des Landesamts für das Bildungsweſen vom 26. Auguſt 1925 wurde den Schulen die Pflege des Schwimmens zur Pflicht gemacht. Bisher war von den Klaſſen unſerer Schule nur im Sommer in der Lahn geſchwommen worden. Jetzt wurden auch im Winter Schwimm⸗ ſtunden im Volksbad eingerichet. Am Schwimmunterricht nahmen 75 Schülerinnen teil.
Anter den Schülerinnen wurden einige Sammlungen veranſtaltet. Zur Linderung der Not im Optantenlager Schneidemühl wurden Nahrungsmittel und Kleidungsſtücke geſammelt.
Zu Weihnachten gingen an bedürftige hieſige Familien etwa 40 ſchöne Weihnachtspakete ab.
Für die Zeppelin⸗Eckener⸗Spende brachten unſere Schülerinnen 279,86 Mark auf. Bei der Hausſammlung, die in der Stadt vorgenommen wurde, wirkten 12 Schülerinnen als Sammlerinnen mit.
An dem Blumentage, welchen die Gießener Frauenvereine zum Beſten deshieſigen Säug⸗ lingsheims am 4., 5. u. 6. Juli veranſtalteten, waren 69 unſerer Schülerinnen als Verkäuferinnen von Blumen tätig.
Dem Heſſiſchen Fürſorgeverein für Krüppel konnten wir aus den Einnahmen unſerer Weihnachtsfeier 40 Mark übergeben.
Zweifellos hat es großen erzieheriſchen Wert, wenn die Mädchen zu Sammlungen heran⸗ gezogen werden. Aber auch in dieſer Beziehung werden in letzter Zeit übertriebene Anforderungen an die Schulen geſtellt. Es wird meiſt ganz überſehen, daß eine ſolche Sammlung, wenn ſie Erfolg haben ſoll, mit Störungen für den Anterricht verbunden iſt und daß es immer wieder dieſelben Eltern ſind, die zahlen müſſen. Die Schule kann daher nur ſolche Sammlungen unterſtützen, die für die Allgemeinheit größten Wert haben.
Im Laufe des Jahres erhielt unſere Schule einige wertvolle Geſchenke. Herr Architekt Sickert, Leipzig, ſchenkte unſerer Schule durch Vermittlung unſeres Kollegen Markert eine wertvolle Steinſammlung. Herr Markert ſelbſt ſtiftete eine große Anzahl von Büchern. Außerdem erhielten wir für die Schülerinnenbibliothek eine ganze Anzahl von Büchern. Die Namen der Geberinnen können wir nicht einzeln aufführen. Alle Spender und Spenderinnen können aber unſeres herzlichſten Dankes verſichert ſein.
Durch Vermittlung des Herrn Generalleutnants von Kriegsheim erhielt die Schule 34 Stück des Werkes„Deutſchland“(Verlag von O. Stollberg& Co., Berlin) und zwar vom Senat der Landesuniverſität, von der Mitteldeutſchen Kreditbank, Filiale Gießen, den W. Gail ſchen Ton⸗


