Jahrgang 
1926
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Die Zahl der Klaſſen betrug in der Studienanſtalt l, im Lyzeum 21, in der Erweiterten Mädchenſchule 2. Mit dem Schluſſe dieſes Schuljahres hört die Erweiterte Mädchenſchule auf, denn in Heſſen wurden ſeit Oſtern 1919 die Mittelſchulen aufgehoben, während andere Staaten, z. B. Preußen, gerade das Mittelſchulweſen weiter ausbauen.

Bei Wiederbeginn des Anterrichts empfand das Kollegium ſchmerzlich eine Lücke, die ſich mit Schluß des Schuljahres 1924 in ihm aufgetan hatte. Infolge der Abbaumaßnahmen waren am 1. April 1925 Fräulein Zimmermann und Oberreallehrer Straub in den Ruheſtand getreten. Frl. Zimmermann hat ſeit Herbſt 1891, Herr Straub ſeit Oſtern 1884 an unſerer Schule gewirkt, ein großes Stück Vergangenheit iſt alſo mit ihnen von der Schule gegangen. Sie verliert in ihnen aber auch Lehrer von einer ſeltenen Tüchtigkeit und Pflichttreue. Ihren Schülerinnen waren ſie wohlwollende und gerechte Lehrer. Beiden werden ihre Schülerinnen ein dankbares Andenken bewahren, ebenſo aber auch ihre Mitarbeiter und arbeiterinnen. Anſer aller herzlichſte Wünſche für einen geſegneten Lebensabend begleiteten ſie bei ihrem Abſchied von der Schule.

Mit dem 1. Oktober ſchied Frl. Jula Laffert aus unſerem Kollegium aus, um zu heiraten. Auch ihr ſei für treue Mitarbeit gedankt. Das Kollegium verlor nur ungern eine liebenswürdige Kollegin. Auch ihr wünſchen wir von Herzen eine weitere glückliche Zukunft.

An Stelle von Frl. Laffert trat Frl. Lina Görlach, die infolge der Abbaumaßnahmen 0.24 von unſerer Anſtalt nach Schlitz verſetzt worden war.

Studienaſſeſſor Dr. Paul Appel wurde mit Beginn des neuen Schuljahres zum Leiter der höheren Bürgerſchule nach Homberg a. d. Ohm verſetzt. An ſeine Stelle trat Studienaſſeſſor Dr. Lotte Block in den Lehrkörper ein.

Die Studienaſſeſſoren Dr. Anna Krautwurſt und Dr. Erna Schudt übernahmen gemein⸗ ſam die Verwaltung ein und einer halben Lehrerinnenſtelle an unſerer Anſtalt.

Die Studienaſſeſſoren Dr. Karl Roller und Dr. Otto Schilling, die an unſerer Schule als Volontäre tätig geweſen waren, verließen uns im Laufe des Schuljahres. Erſterer erhielt eine Verwendung an der Oberrealſchule i. E. und dem Progymnaſium in Alzey, letzterer an der Oberrealſchule in Worms.

Mit Beginn des Winterhalbjahres wurde Studienreferendar Dr. Eliſabeth Kredel unſerer Anſtalt zur Ableiſtung des Probejahres zugewieſen.

Frl. Eliſabeth Eppelsheimer verbrachte einen längeren Arlaub(20. 7. bis 8. 10. 25) Sprachſtudien halber in England, aus demſelben Grunde gingen Frl. Dr. A. Krautwurſt und Frl. Dr. E. Schudt während der Sommerferien nach England. Die drei Damen fanden die beſte Aufnahme und Förderung ihrer Beſtrebungen.

Am 27. April fand unter dem Vorſitz des Herrn Staatsrats Block eine Staatsprüfung für die Studienreferendare Minna Feldmann, Anna Heiland, Wilhelmine Klein und Margarete Beck ſtatt.

Mit dem Geſundheitszuſtand des Kollegiums konnten wir während des größten Teils des Schuljahres zufrieden ſein. Im Sommerhalbjahr war nur eine längere Beurlaubung nötig. Am 22. Juni erkrankte Prof. Partenheimer und mußte bis zum Beginn der Sommerferien vom Kollegium vertreten werden.

Im letzten Vierteljahr dagegen hatten wir vielfach und zum Teil ſehr ernſte Krankheits⸗ fälle im Kollegium zu verzeichnen.

In den Weihnachtsferien erkrankte Prof. Dr. Markert ſchwer und mußte ſich einer Operation unterziehen, ebenſo Oberreallehrer Geller, der am 2. März plötzlich krank wurde. Fräulein Vaubel und Herr Kunkel mußten längere Zeit dem Dienſte fern bleiben. Da in der gleichen Zeit einige andere Mitglieder des Kollegiums an Grippe erkrankten, ſo erlitt der