Jahrgang 
1916
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12 hiesigen Zweigverein vom Roten Kreuz 100 M für die Ausstattung von Konfirmanden, deren Väter im Felde stehen, überwiesen.

Sämtliche Klassen besuchten die von dem hiesigen Regiment auf dem Trieb an- gelegten Schützengräben und einen Vortrag mit Lichtbildern für denInvalidendanka

Das Kaulbachsche Gedenkblatt wurde in 750 Abzügen von unseren Schülerinnen gekauft, die auf diese Weise auch ihr Scherflein zur Nationalstiftung für die Hinter- bliebenen der im Krieg Gefallenen beigetragen haben.

Für die 4. Kriegsanleihe wurden von 623 Schülerinnen 10 300 M in bar, 2199 M. durch UÜberweisung gezeichnet, ausserdem, soweit es uns mitgeteilt wurde, auf den Namen von 99 Schülerinnen 34 710 M, zusammen 47 218 M.

An mehreren Tagen wurde aus Anlass besonders freudiger Ereignisse auf den Kriegsschauplätzen der Unterricht ausgesetzt: am 5. Mai wegen des Sieges in Westgalizien, am 4. Juni wegen der Wiedereroberung von Przcmysl, am 23. juni wegen der Rückerobe- rung von Lemberg, am 11. Oktober wegen der Einnahme von Belgrad.

Damit wir nicht in den Verdacht kommen, als hätten wir die Einnahme der grossen russischen Festungen teilnahmlos an uns vorübergehen lassen, sei festgestellt, dass sie leider in unsere Ferien fiel..

Ein ganz besonderes Lob noch verdienen unsere Phülerinnen für den Eifer, mit dem sie Gold in die Reichsbank gesammelt haben und noch sammeln. Bei Abschluss des vorjährigen Jahresberichts am 4. März 1915 hatten wir 55 395 M abgeliefert und die Fortsetzung der Sammlung versprochen. Noch vor Ablauf des Schuljahres, am 27. März, hatten wir 60 000 M erreicht, am 7. Oktober hatten wir 70 000 M. überschritten, am 14. Januar d. J. 80 000 M, am 25. Januar 85 000 M und am 28. Februar 00 000 M. Augen- blicklich beträgt die Summe 94 181 M. Fürwahr ein Ergebnis, mit dem man zufrieden sein darf. Die den Mädchen seit Ende 1915 ausgestellten Goldquittungen, auf denen ihnen jeder Betrag, den sie abliefern, bescheinigt wird, haben zweifelsohne ihren Sammel- eifer neu belebt, ebenso wie die von der Reichsbank für die eifrigsten Sammlerinnen ge- stifteten Banknoten-Taschen.

Seit Neujahr wurden auch 380 Fr. französisches Gold abgeliefert. Von dem Augen- blick ab, wo die Reichsbank die spätere Rückgabe schriftlich bescheinigte, wurde eine Menge Kaiser-Friedrichmünzen, 10- und 20 M-Stücke, eingeliefert.

Zur Belohnung für ihren Eifer wurde den Schülerinnen bei 70 000, 80,000, 85 000 und 90 000 M ein freier Schultag gewährt, den recht viele gewissenhaſt zum weiteren Sammeln benutzten.

Hoffentlich gelingt es uns, die 100 000 zu erreichen.

Der Schulfeier für Grossherzogs Geburtstag gab, wie im vorigen Jahr, der Krieg ihr Gepräge. Prof. Partenheimer sprach überden Krieg und die Frauen. Die vor- getragenen Gedichte behandelten denselben Gegenstand. Bei der Feier für Kaisers Ge- burtstag sprach Reallehrer Kunkel im I. Teil über die 500 Jahrfeier der Hohenzollern. In seiner Rede waren eine Anzahl von Gedichten, vorgetragen von Schülerinnen, ein- geflochten. Den 2. Teil bildeten die von unserem Chor vorzüglich vorgetragenen Nieder- ländischen Volkslieder.