Jahrgang 
1915
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denn er waltete stets pflichtgetreu seines Amtes und war seinen Schülerinnen ein wohl- wollender und gerechter Lehrer. Sie werden ihm alle, ebenso wie seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ein dankbares Angedenken bewahren. Unser aller herzlichste Wünsche für einen gesegneten Lebensabend begleiten ihn bei seinem Abscheiden von der Schule.

Frl. Vaubel war durch Krankheit zweimal längere Zeit verhindert, ihren Dienst zu verschen; vom 22. Juni bis 11. Juli und vom 10. Dezember bis 7. Februar 1915. Und weiterhin mussten wegen Krankheit fehlen: Herr Straub vom 20. Mai bis 31. Mai; Frl. Welcker vom 27. Mai bis 30. Mai und ein zweites Mal vom 19. Januar bis 9. Februar; Herr Geller vom 15. Dezember bis 190. Dezember und vom 26. Februar ab; Herr Corvinus vom 9. Juni bis 12. Juni; Dr. Bergér vom 22. September bis 26. September; Herr Appel vom. 26. November bis 23. Dezember; Frl. Schüler vom 22. Januar bis 30. Januar; Dr. Büchner vom 18. Februar ab; Prof. Markert vom 23. Februar bis 28. Februar; Frl. Stein- bach vom 18. Februar bis 23. Februar. Ein- bis dreitägige Versäumnisse sind hierbei ausser Betracht gelassen.

Frl. Zimmermann war im Anschluss an die Pfingstferien anderthalb Wochen be- urlaubt zu einer Reise nach England.

Selbsverständlich blieb unsere Schule nicht unberührt von den Wogen des Krieges. Sofort bei oder kurz nach der Nobilmachung wurden zum Hecresdienst einberufen: Ober- lehrer Freitag als Offizierstellvertreter beim Inf.-Reg. 116, Dr. Hainer als Leutnant der Reseserve beim 2. bayer. Inf.-Reg., die Reallehrer Haber und Corvinus beim Landsturm- bataillon Giessen. Lehramtsassessor Nick trat als Kriegsfreiwilliger beim Inf-Reg. Nr. 222 ein. Seiner begeisterungsvollen Hingabe für das Vaterland sctzte am 7. Februar die Kugel ein Ziel. Mit ihm ist eine vielversprechende Kraft, ein ernst strebender Mann lautersten Charakters dahingegangen. Wir werden sein Andenken allzeit ehren. Reallehrer Haber rückte mit dem Landsturmbataillon aus, das als Besatzungstruppe nach Valenciennes kam. Reallehrer Corvinus trat in das Landsturmersatzbataillon ein und blieb in Giessen, Ober- lehrer Freitag und Dr. Hainer standen alsbald im Feld. Sie wurden beide am 22. August, dieser in der Schlacht bei Metz, jener in der Schlacht bei Neuſchateau verwundet. Glüek- licherweise waren die Verwundungen nicht schwer, und durch die liebevolle Pflege in der Heimat wurden sie nach nicht allzulanger Zeit wieder ſelddienstfähig. Sie stehen jetzt, wo wir dies schreiben, beide wieder Herr Freitag jetzt als Leutnant d. R. und ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz im Feld, Herr Freitag im Osten, Herr Hainer im Elsass. Den Unterricht für den letzteren übernahm Dr. Büchner, der im Herbst sein zweites Vorbereitungsjahr beendet hatte und am I. Oktober zum Lehramtsassessor ernannt wurde. Der Unterricht des Herrn Freitag musste zunächst durch das Kollegium versehen werden. Lehramtsassessor Dr. Scheuer- mann, der vom 26. September ab als Vertreter für Oberlehrer Freitag bei uns eintrat, wurde am 8. Oktober zum Heeresdienst einberufen. Vom 20. Oktober ab wurde ein Teil des Unterrichts des Herrn Freitag dem Lehramtsreferendar Dr. Schäfer übertragen, der unserer Schule zur Ableistung seines zweiten Vorbercitungsdienstjahres überwiesen ist. Zum Ersatz einberufener Lehrer hatten sich Frl. A. Bauer und Frl. E. Petter aus Giessen zur Verfügung gestellt. Erstere wurde mit der Vertretung des Reallehrers Corvinus, letztere mit der des Reallehres Haber beauftragt. Sie traten, diese am 21., jene am 22. September ihren Dienst an.

Da der erste Tag unserer bwöchigen Ferien mit dem ersten Mobilmachungstag zusammenfiel, war unser Schulgebäude frei und wurde deshalb zu militärischen Zwecken