Jahrgang 
1913
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Sophie Weber, Tochter des verstorbenen Kammerats W. Weber, geboren am 23. Januar 1871 zu Laubach i. Oberhessen, besuchte von 1877 1879 die Volkschule und von 18791885 die Privatmädchenschule daselbst; von 18851886 eine Fachschule zu Marburg a d. Lahn.

Von Februar bis August 1900 ging sie zu ihrer Ausbildung in der franzöésischen Sprache nach Paris und bestand dort das höhere Examen der Alliance française. Von 10001002 bekleidete sie eine Stelle als Erzieherin in Prevesa und Athen. Im Herbst 1902 trat sie als Hospitantin in das Seminar der Viktoriaschule zu Darmstadt ein und bestand das Examen Ostern 1904.

Von Herbst 1904 1905 arbeitete sie als Schulverwalterin an der Volksschule zu Ober- Ramstadt, von Herbst 1905 bis Ostern 1907 an dem Hoffmann'schen Institut(Privatmadchenschulc) zu Darmstadt. Von Januar 1908 bis Ostern 1900 war sie Schulverwalterin an der hoh. Bürgerschule zu Reichelsheim i. Odenwald und kam Ostern 1900 als Schulverwalterin an die hoôh. Madchenschule zu Giessen.

Vom 21. Oktober bis 16. November fand in Darmstadt ein Turnkursus statt, an dem Frl. Velke sich beteiligte. Dank dem Entgegenkommen der Stadt konnte für sie während dieser Zeit eine Vertreterin eingestellt werden: Frl. Spamer aus Darmstadt.

Im Laufe des Winters hielt Herr Marcel Chopard, Assistent am hiesigen Reat- gymnasium, vor den Schülerinnen der Oberklassen 3 französische Vorträge. Zweimal sprach er im Anschluss an Lichtbilder über Paris, das dritte Mal trug er Prosastücke und Gedichte vor, die z. T. eigens für diese Gelegenheit vorbereitet worden waren.

Die Schülerinnen der Ober- und Mittelklassen besuchten klassenweise die Kolo- nialausstellung des Malers Vollbehr sowie die Ausstellung zur Bekämpfung des Alkoholismus.

Grossherzogs und Kaisers Geburtstag wurden von den Oberklassen und einem Teil der Mittelklassen gemeinschaftlich gefeiert. Zur Feier für Kaisers Geburtstag waren auch die Eltern unserer Schülerinnen eingeladen und zahlreich erschienen. Die Festredner waren: Herr Assessor Freitag und Herr Assessor Beck; jener sprach über den russischen Feldzug 1812, dieser über die deutschen Frauen und die Freiheitskriege. Gesänge und Instrumentalvorträge rahmten die Reden ein.

Anlässlich des Geburtstags des Grossherzogs wurde lerrn Reallehrer Straub das Ritterkreuz II. Klasse des Verdienstordens Philipps des Grossmütigen verlichen.

Am 27. November 1912 bechrte Hlerr Geheimer Oberschulrat Block unsere An- stalt mit seinem Besuche und wohnte dem Unterricht in verschiedenen Klassen bei.

Die Höhere Mädchenschule hatte im abgelaufenen Schuljahre 15 Klassen(Xa- la) Parallelklassen wiesen auf: das 4. 7. Schuljahr: VIIa!¹, VIIa*, VIa:, VIa*; Va!, Va*; IVal, IVa' und das 9. Schuljahr: IIa:, IIas.

Der achtjährige Lehrgang der Erweiterten Mädchenschule umfasste 10 Klassen. Geteilt war das 4. Schuljahr: 5 bi, 5 bz und das letzte: 1b¹, 1b.

Ober den Ab- und Zugang in beiden Schulen geben die Obersichten Seite 9 Aufschluss.

Der Gesundheitszustand des Kollegiums war dieses Jahr weniger gut als im vorher- gehenden, wenn auch nicht so ungünstig wie schon in manch anderem. Zu längerer Ver- säumnis wegen Krankheit(einer Woche und mehr) waren genötigt: Frl. Paletta, Frl. Schüler, Prof. Buchhold, der Unterzeichnete.

Die Gesundheit unserer Schülerinnen gibt zu besonderen Bemerkungen keinen Anlass, obwohl die Zahl der ärztlichen Zeugnisse auf Grund deren irgend eine Erleichterung im Unterricht gefordert wurde, in diesem Jahr besonders hoch war. Schwerere Krank- heitsfälle kamen nur ganz vereinzelt vor.