Jahrgang 
1908
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sie der Schule schulden, uns eine namhafte Summe zur Verfügung gestellt haben, damit wir das Haus in ein festliches Gewand kleiden. Wir Lehrer können nichts sehnlicher wünschen als durch solche Dankbarkeit die Schülerinnen an die Schule zu fesseln, denn mit einer Schule, an die die Schülerinnen so dankbar zurück- denken, kanns nicht schlecht bestellt sein.

So lassen Sie uns denn, meine verehrten Kollegen und Kolleginnen mit unseren Schülerinnen Besitz ergreifen von unserem neuen Heim, und wenn ich uns auf den Weg zur Arbeit, die wir hier zu leisten gewillt und verpflichtet sind, einen Spruch mitgeben darf, so soll es der sein: Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang. Ohne dieses Fundament können wir nicht bauen, sorgen wir deshalb, dass es uns, dass es unseren Schülerinnen nie fehle, dass es nie wanke. So wahr es ist, dass echte Bildung frei macht, so wahr ist es, dass rechte Gottesfurcht glücklich macht. So mõge denn: Glücklich und frei das Ziel sein, dem wir nunmehr zusteuern, der allmächtige Gott gebe uns gute Fahrt.

Den Schluss der Feier bildete eine Choraufführung mit Deklamation: Prinzessin IIse. Eine Rübezahl-Legende von Klara Fechner-Leyde. Für Solo- stimmen, weiblichen Chor, Pianoforte und Deklamation komponiert von A. Krause. Ilse-Sopran: Frl. Ida Stammler; Ratibor-Tenor: Herr Kommerzienrat Schirmer; Rübezahl-Bariton: Herr Rechtsanwalt Dr. Spohr. Klavierbegleitung: Herr Mulch, Lehrer der Anstalt. Vorgetragen wurde von L. Sievers(VIa*), E. Huntemann(2 b), A. Weimar(Vla¹), Gr. Leist(Va), M. Köppe(Va*), E. Stoeriko(VIla¹), A. Frutig (Vlla²), L. Göhcke(3 b), M. Muth(4 b) und Joh. Nierstheimer(IVa!).

Diese Aufführung war uns nur möglich durch die aufopfernde Unterstützung der Solisten, denen wir hier nochmals den allerherzlichsten Dank aussprechen. Das Werkchen war von unserem Gesanglehrer, Herrn Geller, vorzüglich ein- studiert und gefiel so ausserordentlich, dass wir für die vielen Eltern und früheren Schülerinnen, die wegen Platzmangel an der Einweihungsfeier nicht hatten teil- nehmen können, es am nächsten Tage vor voll besetztem Hause wiederholen konnten.

Die für den Nachmittag des Einweihungstages vorgeschenen Klassenaus- flüge konnten wegen schlechten Wetters nicht stattfinden.

Ergänzend sei hinzugefügt, dass die Spende zur Ausschmückung des Schulhauses mit Bildern, an der sich etwa 150 frühere Schülerinnen beteiligten, nahezu 1000 Mk. betrug. Um das Zustandekommen der Gabe haben sich ausser dem weiteren Ausschuss insbesondere Frau A. Haubach, Frau L. Lind und Frau Marie Dietz ausserordentlich verdient gemacht. Ihnen vor allem, aber auch allen ubrigen Geberinnen sei hier nochmals herzlichst gedankt.

Die Zahl der Klassen vermehrte sich, wie schon beiläufig oben erwahnt, mit Beginn des Schuljahres um 2; Kl. VII der Hôheren Mädchenschule und 6 der Erweiterten Mâdchenschule wurden getrennt. Die infolge dieser Trennung erforder- lichen weiteren Lehrkräfte wurden in dem Schulverwalter Appel und der Schul- verwalterin Schorr gewonnen.