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Frl. Welcker, die infolge schwerer Krankheit von November 1906 bis Ende des Schuljahres 19067 beurlaubt war, musste ihr Urlaub noch bis Pfingsten verlängert werden. Ihre Vertretung übernahm Frl. Velke.
Auch Herr Lehr, dessen Gesundheit in den letzten Jahren schon viel zu wünschen übrig gelassen hatte, musste, noch ehe das neue Schuljahr angefangen hatte, Urlaub nehmen und, da ein Ersatz nicht 2zu haben war, vom XKollegium vertreten werden. Von Pfingsten ab konnte Frl. Velke die Vertretung übernehmen. Auf Anraten des Arztes begab er sich nach Wildungen und unterzog sich einer Operation, leider zu spät. Am 1. Juli erlag er seinem Leiden.
Unsere Schule, an der er 20 Jahre tätig war, hat in ihm einen eifrigen und pflichtgetreuen Lehrer verloren. Er besass stets die Liebe seiner Schülerinnen, die Achtung seiner Kollegen und Kolleginnen, das Vertrauen seiner Vorgesetzten. Wir werden ihm allzeit ein ehrendes Andenken bewahren.
Eine weitere, wenn auch glücklicherweise nur vorübergehende, Lücke im Kollegium entstand dadurch, dass Frl. Zimmermann Ende April ernstlich erkrankte und bis zum Herbst beurlaubt werden musste. Da wir, trotz allen Bemühens, auch für sie keine Vertretung erhalten konnten, so musste ihr Unterricht soweit wie möglich vom Kollegium mitversehen werden.
Am 6. November erkrankte Frl. Velke und wurde bis zu ihrem Wieder- eintritt am 3. Dezember vom Kollegium vertreten.
Zu den Schwierigkeiten infolge von Erkrankungen trat noch eine neue hinzu, als durch Dekret vom 4. September 1907 Prof. Dr. Sommerlad an das hiesige Realgymnasium versetzt wurde. Sein Vertreter, Lehramtsassessor Dr. Münch, traf erst am 26. Oktober ein. Vom 16. September bis 26. Oktober musste sich das Kollegium in den Unterricht des Prof. Sommerlad teilen. Dieser gehörte unserer Schule an als Lehramtsassessor seit September 1895, als Oberlehrer seit Ostern 1896. Die Versetzung erfolgte auf seinen Wunsch, da er bei uns nur in geringerem Masse seinen Fakultaten entsprechend beschaftigt werden konnte. Wir haben ihn ungern scheiden scehen und wünschen ihm, dass er in seinem neuen Wirkungskreis die gesuchte Befriedigung finde.
Ausser diesen grossen Störungen gab es noch eine ganze Reihe kleinerer, mehr oder weniger empfindlicher, dadurch, dass waährend des Winters verhältnis- mässig viel Erkrankungen im Kollegium vorkamen. Fast noch störender aber als diese waren die grossen Lücken, die viele Klassen im letzten Quartal infolge Erkrankung der Schulerinnen hauptsächlich an Masern und Influenza zeigten. In einzelnen Klassen fehlten längere Zeit ein Drittel bis die Hälfte der Kinder. Leider haben wir auch den Tod einer Schülerin zu beklagen, der Elisabeth Peter, Kl. Xa, gestorben am 24. Mai 1907.
Im allgemeinen hatte der Gesundheitszustand der Schülerinnen— wie in fruheren Jahren— besser sein können. Wir müssen immer wieder die erschreck- liche Zahl der vom Arzt ausgestellten Befreiungsgesuche beklagen.
Neben vielem Schweren hat uns das verflossene Schuljahr aber auch manches Erfreuliche gebracht.
Am 20. April 1907 und am 21. Mäarz 1908 erwies uns Herr Ministerialrat Dr. Eisenhuth die Ehre seines Besuches und wohnte dem Unterricht in ver-


