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Dienstag, den 2. Juli, Vormittags 10 Uhr fand die Einweihung in unserer Turn. und Festhalle statt, die bis auf den letzten Platz gefüllt war. Eingeleitet wurde die Feier mit dem Gesang: Ich hebe meine Augen auf zu dem Herrn. Dann nahm lHerr Oberbürgermeister Mecum das Wort, begrüsste die Gäste und führte dann folgendes aus: Höchst erfreulicherweise dringt auch in der Bürgerschaft die Ueberzeugung immer mehr durch, dass eine gediegene Schulbildung eins der besten Güter ist, das Eltern ihren Kindern auf den Lebensweg mitgeben können, und die Zahl unserer Schülerinnen nimmt viel rascher zu, als dem Anwachsen der Bevölkerungsziffer entspricht. Noch sind nicht drei Jahrzehnte verflossen, seit unsere Schule ihr jetzt verlassenes Heim an der Schillerstrasse bezog, von dem man damals glaubte, dass es auf lange Jahre allen Bedürfnissen genügen werde. Bald schon war es zu klein. Eine Erweiterung hätte nur für kurze Zeit Abhulfe geschaffen, und die Stadt entschloss sich daher, diesen Neubau zu er- richten, den wir jetzt beziehen.
Wir, die wir zu dieser festlichen Stunde hier versammelt sind, haben allen Grund, uns dieses Erfolges von ganzem Herzen zu freuen, aber auch die Pflicht, allen denen zu danken, die ein Verdienst um diese schöne Entwicklung der Anstalt haben. Vor allem gebührt unser Dank der Stadtverordneten-Ver- sammlung, welche die erheblichen Kosten einmutig bewilligte; er gebührt der Staatsregierung, welche die Schule in jeder Beziehung fördert; er gebührt in erster Linie auch dem Direktor und dem Lehrerkollegium, die mit Gewissen- haftigkeit und Verständnis ihr Leben der Anstalt und ihren Schülerinnen widmen. Dank endlich auch den Bauleitern, den Herren Stadtbaumeister Gerbel, Architekt Meyer und Baufüúhrer Nold, ihren Mitarbeitern und den Werkleuten, die sich in diesem Hause ein dauerndes Denkmal ihres Wirkens und Könnens gesetzt haben. Indem ich diesen Dank namens des Kuratoriums allen Beteiligten, wie Gönnern und Freunden der Schule hiermit ausspreche, bitte ich Sie, Ihr Interesse derselben auch ferner zu erhalten; nur dann kann ihre weitere Entwickelung, unterstützt durch die neuen, schönen Lehrräume, eine ebenso glückliche und segensreiche
sein wie bisher.
Es ist ein eigentümliches Gefühl, mit dem wir ein neues Haus betreten. Die Wandelbarkeit und Kürze unseres Lebens tritt uns neben der Bestimmung des Werks für Jahrhunderte recht vor die Seele. An einem Bauernhause fand ich dieses Gefuhl mit den schlichten Worten ausgedrückt:
Dies Haus ist mein und auch nicht mein; Dem Näachsten wird es auch so sein; Den Dritten bringt man auch hinaus; Nun sagt mir, wem gehort dies Haus.
Der Wandel in einer Schule ist noch viel rascher als im Leben; noch viel schneller fliesst der Strom hindurch, und das Haus bleibt. Und darum durfen wir wohl fragen: Wem gehört dies Haus? Nun, liebe Schülerinnen, freudig rufe ich aus: Euch gehört es, und zwar in doppeltem Sinne. Der immer neuen, frischen und blühenden Jugend gehort es, die in immer neuen, fröhlichen Scharen falten und dem Leben entgegen reifen soll. Und in
hier einzieht, hier sich ent 1 1 hören; nicht nur in den Jahren, die ihr hier
noch anderem Sinne soll es euch ge


