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und Ammianus Marcellinus bezeichnet ihn als zischend, knarrend und pfeifend.
II.
Die nächste Stufe des deutschen Volksgesangs hat den rohen Naturgesang überwunden. Es ist die Zeit, in welcher mit der Entwicklung der Sprache die Volksdichtung zu keimen beginnt, wo neben das durch Rhytmus und Stab gebundene Wort der Reim, an die Stelle der paarweise verbundenen Langzeilen die Strophe tritt. Es ist die Zeit, in welcher das Volk neben seiner Götter- und Heldenver- ehrung auch in den Freuden und Leiden seines gesellschaft- lichen Lebens Anknüpfungspunkte für seine Poesie findet.
Die meisten älteren Gesänge waren ihrem Inhalte nach epischer Natur und behandelten jene Heldensagen von den Nibelungen, Siegfried, Dietrich von Bern u. A., deren Ent- stehungszeit etwa im 5. Jahrhundert liegt, die uns aber erst als nach Volkstraditionen verfasste dichterische Erzeugnisse des 13. und 14. Jahrhunderts, in völlig veränderter Gestalt, bekannt werden.
Manche Wandlungen müssen stattgefunden haben, ehe die deutsche Sprache geeignet genug war, ihre Gedanken in eine Form zu giessen, wie sie z. B. das aus dem 9. Jahr- hundert stammende Ludwigslied aufweist, dessen Liedtext uns allein aus einer so frühen Zeit in deutscher Sprache erhalten ist:
„Einen Kuning weiz ich,
Heisset Herr Ludwig,
Der gerne Gott dienet,
Weil er ihm's lohnet u. s. w. Es ist ein Siegeslied auf König Ludwig's III. in Frankreich, im Jahre 832, über die Normannen errungenen Sieg.
Auch von Spott-, Zauber- und Liebeslieder, die im Munde des Volkes lebten, hören wir nunmehr.
„Man hatte Gesänge im Volke um sich ein Unglück, z. B. Feinde, vom Halse zu singen, andere, mit denen sich — fabelhaft genug— manche Personen in den Schlaf ge- sungen und die sie selbst nachts noch im Schlafe fortgesetzt haben sollen; auch von ständchenähnlichen Gesängen vor den Hausthüren, von Trauerliedern an den Gräbern u. s. w.


