Jahrgang 
1901
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Die hohe Zahl der Schülerinnen in Klasse VII während des Schuljahres 1800/1900 liess eine Aufteilung dieser Klasse für das folgende Schuljahr notwendig erscheinen. Frl. Marie Birnbaum, die im Schuljahr 18900/1900 mit der Vertretung des Herrn Brücher beauftragt worden war, übernahm die Klassenführung in VIB. Freilich musste in Folge der Trennung die Klasse IX aus unserem Schul- haus verlegt werden, da uns ein weiteres Klassenzimmer nicht zur Verfügung steht. Ein Zimmer in dem sog. Turm- haus am Brand nahm die Verbannten auf, die möglicher- weise im nächsten Jahr durch eine andere Klasse abgelöst werden.

Die Stelle des Herrn Brücher(vgl. Jahresber. 1900, S. 5), wurde mit Beginn des neuen Schuljahres Herrn Sames übertragen.

Heinrich Sames, geboren am 20. Januar 1871 in Dorf-Gill, Kreis Giessen, evangelisch, besuchte von Ostern 1887 bis Ostern 1800 das Seminar in Friedberg und bestand im Frühjahr 1802 die Staatsprüfung. Von Ostern 1890 bis Ostern 1895 war er an der Volksschule zu Schlitz, von da bis Ostern 1900 an der Volksschule zu Giessen thätig.

Fräulein Paletta besuchte von Pfingsten bis zu den Herbstferien die Königl. Kunstschule in Breslau, haupt- sächlich, um sich methodisch weiter zu bilden. Sie wurde vertreten durch Frl. Marie Seyd aus Darmstadt; die Kosten der Vertretung trug in dankenswerter Weise die Stadt.

Fräulein Clara Birnbaum benutzte die Herbstferien zu einer Reise nach Frankreich. Fräulein Welcker musste mit Rücksicht auf ihre angegriffene Gesundheit vier Wochen beurlaubt werden. Die Vertretung, soweit sie nicht durch Kombination möglich war, geschah durch das Kollegium.

Durch Erlass vom 23. April 1900 wurde den aka- demisch gebildeten Lehrern in fester Anstellung der Titel Oberlehrer verliehen.