Jahrgang 
1898
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XXIII.

Dort eilt sie hin auf hoffnungsfrohen Schwingen, Still lacht des Himmels helles Auge drein;

Noch rauscht der warme Westwind durch den Hain. Dass duftend auf die jungen Knospen springen.

Und als sie, ob dem Baalbekthale schwebt, Sieht sie ein Kind, das ganz im Spiele lebt,

Das in den Haideblumen lustig singt

Und, wie sie rosenwangig, munter springt, Ummit dem Aug, den Händchen dann, denschnellen, Zu jagen nach den prächtigen Libellen,

Von denen die Jasmine dicht umringt,

Als hätt' sich Edelstein und Blum' beschwingt. Und bei dem Knaben, dem es, müd vom Spiel, Sich zwischen Rosen auszuruhn gefiel,

Sah einen müden Mann zur Erd' sie steigen Vom heissen Pferd und ihn sich auf den Rand Des kleinen Brunnens vor der Schenke neigen, Gierig, zu löschen seiner Lippen Brand.

Dann prüfte er mit hohlen finstern Mienen

Das hübsche Kind, das keine Furcht befiel, Wenn auch die Sonne wohl noch nie geshienen Auf düstrer Augenbrauen wildres Spiel;

Ein grauenvoll Gemisch wie düster wild

In Wetternacht aus Wolken Feuer quillt.

Der Peri aber kündet draus sich an

So manche Uebelthat, die er gethan:

Betrogne Liebe, frecher Tempelraub, Gebrochener Eid, befleckt der Schwelle Staub Mit Gastes Blut, das haftet immer dort,

So schwarz wie der Verdamnis hartes Wort Dem Klageengel aus der Feder fliesst,

Eh zu begnadigen sich Gott entschliesst.

Und dennoch bplickt jetzt der Verbrecher drein, Als ob des Abends Duft die Seele sein Beschwichtigt hätte, und er sieht in Ruh

Dem Spiel des rosenwang'gen Knaben zu. Indessen wenn sein Auge grade fiel

Auf das des Knaben, ach da ward es fahl

Vor diesem ungetrübten hellen Strahl,

Wie Fackeln die zu gottlos frevlem Spiel