IV.
Da ich mich vorher nach einer Uebersetzung nicht um- gethan hatte, so machte ich, als das Bedürfnis nach einer solchen sich einstellte, selbst einen Versuch, den Anfang der Dichtung metrisch wiederzugeben. Meine Freude an der Arbeit war so gross, dass ich beschloss, sie fortzusetzen, obwohl ich leider mit der Lektüre in der Klasse nicht gleichen Schritt halten konnte.
Vvon den Uebersetzungen, die ich in Händen gehabt habe,— es sind das die oben verzeichneten, mit Ausnahme der von H. Kurz, die nicht zu beschaffen war,— sind die sechs ersten im Versmaſs des Originals abgefasst, weisen aber vielfach klingende Reime auf, wo im Original stumpfe vorliegen. Mit dem Hinweise auf diese Freiheit, die sich Witthaus, Bueren und die anderen genommen, möchte ich die noch gröõssere Freiheit, mit der ich verfahren, recht- fertigen. Will man den Dichter genau wiedergeben, so darf man meiner Ansicht nach auch die Qualität der Reime nicht verändern. Da durch solche Rücksicht aber, besonders bei kurzen Versen, die Uebersetzung aus einer Sprache, die unter vielen anderen den Vorteil hat, das Adjektiv un- flektiert zu lassen, auf's äusserste erschwert wird, und die Gefahr gar nicht zu vermeiden ist, dass der Stoff unter der Form leide, so entschloss ich mich, für die rein erzählenden Stellen des Gedichts den fünffüssigen Jambus zu gebrauchen Ich habe mich dann geſreut, als ich Wittes Uebertragung kennen lernte und auch bei ihm denselben Vers fand, wenn auch in der Stanze. Vereinzelt finden sich fünffüssige Jamben auch bei Bueren. Man vergl. die Verse: 72, 73, 78, 95— 90, 187/8, 318/0, 464, 460— 72. Es würde mich zu weit führen, die Uebersetzungen alle im einzelnen zu würdigen und gegen einander abzuwägen; ich beschränke mich darauf, aus allen dieselbe Stelle zum Vergleich hierher zu setzen, will aber doch bemerken, dass Schmidt alle anderen,(ab- gesehen von Witte), besonders die älteren, weit übertrifft. Witte nennt seine Arbeit mit Recht„Uebertragung“; er hat den Dichter ziemlich weitgehend ergänzt.


