also bis zum 15. Lebensjahr— hat, während wir hier deren zehn, also bis zum 16. Jahr, haben. Dort heiſst es im Oster- programm 1888:„Wir haben die Erfahrung machen können, dals die Altern von der neuen Oberklasse nicht in demjenigen Malſse für ihre Töchter Gebrauch machen, wie es erwartet werden konnte. Dies gibt genügenden Anlaſs, von neuem an das älterliche Haus die dringende Bitte zu richten, die Schülerinnen den gesamten Unterricht der Anstalt bis zu dessen wirklichem Abschlufs auch thatsächlich genieſsen zu lassen, sie aber vor einem verfrühten Austritt vor Erreichung des Ziels zu bewahren.
Wie bereits früher mehrfach ausgeführt worden ist, aber nicht oft und eindringlich genug gesagt werden kann, er- weckt der vorzeitige Uebergang der jungen Mädchen in das gesellschaftliche Leben für deren späteres Wohl und Glück nur ernste Bedenken. Es bedarf wohl keiner näheren Dar- legung, daſs Schülerinnen, welche, ohne einen thunlich sicheren Abschluſs ihrer Schulbildung, wie er dem ganzen Plane der Anstalt entspricht, wirklich erreicht zu haben, einzig auf die Confirmation warten, um die Schule zu verlassen, nicht so vorgebildet erscheinen, wie es die gesteigerten Aufgaben der Gegenwart erheischen. Nicht selten machen wir die Erfah- rung, daſs Schülerinnen, die längst der Schule entwachsen sind, zur Erlangung einer geeigneten Lebensstellung um die Ausfertigung eines Schulzeugnisses bitten und es zu spät auf- richtig bereuen, daſs sie in ihrer Schulzeit das Rechte ver- säumt und insbesondere den Besuch der Schule leider zu früh aufgegeben haben.“
Die gesundheitlichen Verhältnisse waren besser wie im Vorjahr mit seiner Masernepidemie; im Sommer, der kühl und für das Schulleben höchst angenehm war, kamen nur wenig Versäumnisse vor; auch der Winter war, abgesehen von einigen Erkrankungen an Scharlach, Masern und Röteln, befriedigend. Im Lehrercollegium kamen kurze Unterbre- chungen durch Unwohlsein oder andre Abhaltung vor bei Herrn Lehr und Aubel, Frl. Hanstein und Frl. Müller. Für Herrn Dieckmann, der im Herbst zu einem längeren Auf-


