Jahrgang 
1889
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den Mitschülerinnen aufrichtig betrauert. Gleich betrübend war der durch einen Unglücksfall herbeigeführte Tod einer Schülerin der X. Klasse, Emilie Keller, die am 23. August v. J. in den Ferien starb. Und endlich starb am 4. Oktober v. J. nach langem, mit vieler Geduld getragenem Leiden Mathilde Kalkhof, vorher Schülerin der V. Klasse, die sie aber schon über ein Vierteljahr wegen Kränklichkeit nicht mehr hatte besuchen können. Auch der Tod dieses Kindes ging allen, die es näher kannten, sehr nahe.

Infolge Versetzung oder Wegzugs ihrer Altern traten aus der höheren Mädchenschule 6, aus der erweiterten 3, aus der Vorschule 5, in ihre Heimat kehrten zurück 2 Schülerinnen der erstgenannten Schule. Wegen angegriffner Gesundheit wurden abgemeldet aus der höheren Mädchenschule 7, aus der erweiterten und Vorschule je 1. In eine auswärtige Fachschule zur Ausbildung in der Buchhaltung trat 1 Schü- lerin der I. Klasse; eine Schülerin der II. Klasse verliels die Anstalt, um sich auswärts zum Beruf einer Lehrerin an Volks- schulen vorzubereiten. Eine Schülerin der I. Klasse trat in ein auswärtiges Institut über und die übrigen gingen zu anderweiter Verwendung, eine für Aushülfe im Geschäfte, ab.

Wie schon oben bemerkt, traten 2 Schülerinnen der I. Klasse, die mit Beginn des Schuljahrs 3 Schüler zählte, Ende Juni v. J. aus, und nun meldete sich auch die dritte ab, die allein nicht wohl eine Klasse bilden konnte. Hier- durch war die I. Klasse für dieses Jahr aufgelöst, und die frei werdenden Lehrkräfte wurden dazu verwendet, die stark besetzte IV. Klasse zu teilen, welche darum vom Herbst v. J. an mit IVa und IVb bezeichnet wird. So wenig erfreulich das Aufhören einer Klasse war, so war es doch nicht zu verwundern, da diese Abteilung von je her schwach besucht war und am Schluſs des Vorjahrs nur noch 10 Schülerinnen zählte, von denen einige in ihre Heimat zurückkehrten, eine andre durch Versetzung ihrer Altern von hier wegzog. Ganz ähnliche Verhältnisse finden sich in Bezug auf den schwächeren Besuch der Oberklassen auch in andren Städten, z. B. in Hanau, wo die höhere Mädchenschule nur 9 Jahrgänge