Jahrgang 
1880
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denten mit unterschiedlichen Musquetirern bewachten Gezelt geblieben, des Morgens aber den 30 ten Juli durch beschehene Hülfe des jetzo gedachten Herrn Superintendenten in des Herrn Schwedischen Assistenz-Raths Alexander Eskens Gezelt begleitet worden. Da habe ich mit demselben eine ziemliche Zeit von vielen Sachen, unserm gnädigen Fürsten und Herrn. und dem ganzen Land zum Besten geredet. Hernach bin ich von gedachtem Herrn Esken wie auch von Herrn Super- intendenten, zu des Herrn General Wrangels Excellenz in ihr Zelt durch alle Schildwachten geführt worden, da denn auch mit Ihrer Excellenz ich ingeheim die Nothdurft unserm Landesfürsten und dem ganzen Lande zum Besten geredet. Und haben mich Ihro Excellenz also gnädig gehört und er- hört, daſs ich's billig zu rühmen habe. Dies Gespräch hat Gott dermalen ferner gesegnet, daſs gedachter Herr Eske, wie ich den 30 ten Juli zu Abend in Gieſsen wieder ankom- men bin, den 1 ten August zu unserm gnädigen Landesfürsten gen Gieſsen kommen und mit S. F. Gnaden und dero Räthen ein so heilsames Gespräch gehalten hat, daſs darnach Sonn- tags den 2ten August alle solche Kriegs-Armaden aufgebro- chen, und hinweg gezogen sind. Es soll auch vorher, wie ebenfalls Feuerborn erzählet und zwar den 8ten Juni Mittags um 10 Uhr ein hell leuchtender Stern, der von Jedermann mit Verwunderung gesehen worden, über Gieſsen gestanden

haben.

Der Bäcker Christoph Ludwich aus Giefsen in Nordamerika.

Christoph Ludwich*) war einer von jenen durch die Welt fahrenden deutschen Kriegsknechten, deren damals auch so viele nach Amerika kamen und manchmal Rotten auf ihre eigene Hand errichteten. Ludwich, Sohn eines Bäckers in Gieſsen, lieſs sich schon in seinem siebenzehnten Jahre unter die königliche Armee wider die Türken anwer- ben, kam nach vier Jahren aus der Türkei nach Prag, und

*) Nach dem Geburtsprotokoll von 1722 Ludwig geschrieben.