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gesammelt haben. Die Wälle sind auf 60 Schritt breit; das Wasser, die Lohn, macht ihr gute Gelegenheit; von auſsen hat man eine Stunde um die Gräben zu spazieren; ist eine Stadt mit einem gesunden Luft, das Land herum mit Frucht- barkeit, davon und dem Tuchmachen die Bürger insonderheit
sich nähren.— Er gibt auch lateinische Verse an der Frank- furter Pforte zu Ehren Philipps des Gr. und seines Sohnes an(S. 44).
Das Wochenblatt von 1771 S. 92 schreibt:„Weil die Bürger nicht nach Wucher und gowinnsüchtigem Handel streben, so sind sie von Unbilligkeit und Betrug entfernt, sind ehrlich, demüthig, mäſsig und daſs ich alles zusammen- fasse, honette und rechtschaffene Leute.“ Wenn dies all als baare Münze zu nehmen ist, so hatten die Studenten dagegen in jener Zeit einen üblen Ruf(Göthe, Ausg. v. Kurz, Band IX, S. 469— 476).
Die Tapferkeit der Bürger erhellt aus zwei Vorgängen: im August 1327 brachen die Erzbischöfe von Mainz und Trier mit den Grafen J. und H. Solms nach sechswöchent- licher Belagerung in Gieſsen ein und hausten entsetzlich. Da erhoben sich die Bürger und warfen die üblen Gäste aus der Stadt. Der zweite Vorgang war im Jahre 1646, wo die Schweden die Stadt bei ausgetrockneten Festungsgräben zu überrumpeln gedachten. Die Kriegsleute und Bürger schlugen sie aber tapfer ab.
Die Märkte scheinen schon früh bedeutend gewesen zu sein. 1442 gibt Landgraf Ludwig zwei Jahrmärkte von je 8 Tagen. 1497 entzieht Maximilian I den Butzbachern einen achttägigen Markt und verleiht ihn den Gieſser Bürgern, wo- rüber er ihnen ein graziöses Diplom, mit kaiserlichen Siegeln bekräftigt, von dem Erzbischof von Mainz vom 8. Juli 1407 aufsetzen lieſs.
Kirchliche Notizen.
1529 reist Philipp der Gr. mit groſsem Gefolg durch Gieſsen zum Reichstag nach Speyer. Seine Bedienstéten trugen am Aermel die Buchstaben V. D. M. I. A.(verbum Dei manet in aeternum).


