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drückt hatte, offenbarte der Landgraf seinen Anschlag einem Jungen von Adel, Antonius von Wersebe, genannt der Bremer, der in des Herrn Gemach schlief. Weiter hatte der Land- graf einen gewonnen, Johann Rommel, Zeugmeister, der es noch mit dreien unternommen, ihn mit bestellten Pferden davon zu bringen. Es war der Hesse Curt von Breidenstein und ein andrer Namens Kaspar. Aber die vielen heimlichen Gespräche mit seinem Kammerjungen und die vielerlei Be- sorgungen erregten den Verdacht des Hauptmanns Johann von Senara, der dazu noch durch einen heimlichen Brief eines Bürgers in Mecheln gewarnt worden war. Er durchsuchte den Garten und ersah in dem Gärtlein den genannten Rom- mel und drei seiner Gesellen, die sich zur Wehr gerüstet und dort versteckt hatten. Da sie nun sahen, dals sie be- treten waren, drückten sie ihre Feuerröhren sogleich auf den Hauptmann ab, griffen zu den Rappieren und Wehren; ihrer zwei wurden erstochen, die übrigen entkamen, warnten die Wartenden an der Stadtpforte und machten sich zu Pferd davon.
Dieweil nun so des Landgraféen Vornehmen miſslungen, auch mehrere von seinen Dienern zum Theil darnach ergriffen worden, ist er nunmehr ganz leidig und betrübt gewesen.
Die Rückkehr Philipps des Grofsmüthigen. (10. Sept. 1552.)
Hundert hessische Arquebusiere erwarteten ihn an der vaterländischen Grenze. Philipp war grau geworden. Wie ihn zuerst seine Söhne umarmten, bemächtigte sich aller jene groſse unnennbare Rührung, welche aus dem tiefen Gefühl überstandener Leiden hervorströmt. Auf dem Schloſs zu Marburg empfing der Landgraf die Mitglieder der Universität. An dem folgenden Sonntag langte Philipp zu Kassel an. Als die in der Kirche versammelten Bürger seine Ankunft ver- nahmen, strömten sie heraus und folgten ihm in den Dom St. Martins, wo er im Chor vor dem Grabmahl seiner helden- müthigen Gemahlin niederkniete und in dieser demüthigen Stellung bis zum Ende der Predigt und Anbeginn des am- brosianischen Lobgesangs verblieb.


