Jahrgang 
1880
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von Brandenburg seinen Degen, um den verschmitzten Bi- schof von Arras durch den Kopf zu hauen, man hielt ihnen die geheime Punktation vor. Fast mit Gewalt muſste Philipp von Halle weggezogen werden, wobei ihm Joachim und Moritz gelobten, nicht eher vom kaiserlichen Hof zu weichen, als bis er erledigt wäre. Philipp, mit dem abge- setzten Kurfürsten Johann Friedrich in einen Wagen geführt, kam nach Naumburg. Als sich die beiden Gefangenen vor Naum- burg bei Ankunft der spanischen Wachen trennten(Philipp mit den Worten:Nun geht es wieder an eine Absonderung, Johann Friedrich ihm lange nachschend:Gott will es einst- weilen so haben, aber nur so lange es Gott gefällt), als Alba an der Spitze von 5000 Mann allenthalben eilig umher- ritt und der Landgraf nahe vor dem Kaiser wieder einstieg, wartete dieser, ungeachtet eines starken Regens unbedeckten Hauptes, zu Pferde so lange, bis der Wagen Philipps weit voraus war und lieſs unter dem Lächeln seiner Begleiter die Worte hören:so weit kann Gott die Fürsten herab- bringen.

Ebleben und Günterode starben vor Gram; nicht lange

nachher starb auch die Landgräfin. (Weiteres Rommel IV, S. 336).

Fluchtversuch des Landgrafen Philipp in Mecheln.

Nachdem sich seine Gemahlin, Kinder und Freunde oft und vergeblich bemüht, ihn bei dem hartherzigen Karl los- zubitten, machte er im Jahre 1550 einen Fluchtversuch.

Neben dem Garten, in dem er in Gegenwart seiner spa- nischen Wächter spazieren gehen durfte, war noch ein klei- neres Gärtchen, zu gessen Thür der Hauptmann allein den Schlüssel hatte. Der Landgraf bewog nun einen Diener, den Schlüssel in seine Gewalt zu bekommen und einen Abdruck davon zu nehmen. In diesem Gärtchen sollten sich seine Befreier verbergen und seine Hüter im Nothfall so lange aufhalten, bis er sich auf den nahen Weg und durch die Stadtpforte gerettet hätte. Nachdem der Diener den Schlüssel von des Hauptmanns Buben bekommen und in Wachs abge-