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also zuerst die Anschauung haben, sie müssen vergleichen und richtig benennen lernen, erst mündlich, später auch schriftlich. Sie sollen endlich geübt werden, manche Gegen- stände, Verhältnisse u. s. w. im Bilde festzuhalten, nachzu- zeichnen, selbstverständlich nach dem Mals ihrer Fertigkeit, also mit ganz rohen Umrissen; aber soll später die geogra- phische Erkenntniſs sicher begründet werden, verlangt man die Kenntniſs von Gebirgs- und Fluſssystemen und die Dar- stellung derselben aus dem Gedächtniſs oder nach der vor- liegenden Karte, so ist die Vorstufe verpflichtet, die Vorübung zum Kartenzeichnen vorzunehmen und die Fähigkeit zu ver- mitteln, Angeschautes bildlich festzuhalten. Die Kinder werden also Häuser, Thürme, Plätze, Straſsen und Flüsse zeichnen, so gut es geht; mit der Geschicklichkeit wächst auch die Freude. Dabei müssen sie früh gewöhnt werden selbst zu messen und zu vergleichen und sich so einen an- nähernd zutreffenden Maſsstab für die Verhältnisse der Dinge selbst zu bilden. So wird das Schulzimmer nach Länge und Breite gemessen und in einem näher angegebenen verkleinerten Maſsstab an die Tafel gezeichnet. Wieviel kleiner ist nun das Bild als das Zimmer?(YVerkleinerter Malſsstab.)
J.
Zunächst also wird das Schulhaus mit seiner Umgebung, die nächste Straſse, die Stadt selbst allmählich gleichsam schrittweise in Besitz genommen und damit die erste Stufe der Heimatskunde— Gieſsen mit der nächsten Umgebung— erledigt. Um aber die bis dahin todten Räume zu beleben, tritt nun zum räumlichen das Verhältniſs der Personen in der Stadt: Die Betrachtung der Gewerbe, Beschäftigungen, des Handels und Verkehrs(Eisenbahnen) u. s. w.; dieſs führt bald auch zum Historischen. War es immer so? War die Stadt immer so groſs? Saht ihr Häuser auf bauen und ab- tragen? Wo? u. s. w.
Es wird nun zur Belebung des Stadtbildes erzühlt, welche Theile der ältesten Ansiedelung zugehörten. Das alte Schloſs,


