Jahrgang 
1930
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goland brachte. Ein mehrſtündiger Aufenthalt ermöglichte eine eingehende Beſichtigung der Felſen⸗ inſel mit ihren auf Feindgebot ſinnlos geſprengten Hafen⸗ und Befeſtigungsanlagen und den nicht zu Ende geführten Sicherungsbauten gegen die zerſtörende Wirkung der Meeresflut. Von Helgoland wurde die Dampferfahrt bis Hamburg fortgeſetzt, wo ein Tag Aufenthalt Gelegenheit bot, auf einer Rundfahrt durch Stadt und Hafen die Hauptſehenswürdigkeiten der bedeutendſten Hafenſtadt auf dem europäiſchen Feſtland kennen zu lernen. Tief befriedigt und reich an neuen Eindrücken kehrten alle Teilnehmer von der ſelten ſchön verlaufenen Fahrt zurück.

8. Schulſpaziergänge körperliche Ertüchtigung. Wandern, Turnen, Sport und Spiel, dieſe während der Entwicklungszeit beſonders wichtigen natürlichen Gegenpole zu dem vielen Unter⸗ richt in geſchloſſenen Räumen, fanden dieſes Jahr beſondere Pflege. Soweit es die Verhältniſſe er⸗ möglichten, wurden die behördlich angeordneten monatlichen Spaziergänge durchgeführt. Es kam im ganzen zu 7 Wandertagen und am 6. und 7. September 19209 zu ein⸗ und zweitägigen Ausflügen. Als Ziel hatten dabei die Klaſſen: la Eedieahit⸗ Seybold und Dr. Heil): Thüringen: Inſelberg Eiſenach Wartburg Hohe Sonne

Eiſenach,

Ibi und Ila,(Studienräte Dr. Stotz und Dr. Gerhard): Speſſart: Miltenberg EngelsbergKlingen⸗ berg Aſchaffenburg,

lbe(Aſſeſſor Schneider): Rhön: Gersfeld Rotes Moor Fuldaquelle Waſſerkuppe Milſeburg.

Ila(Aſſeſſor Roth): Rhön und Speſſart: Bieberſtein Milſeburg Waſſerkuppe Kreuzberg Wan⸗ derung durch den nördlichen Speſſart,

IIb(Studienrat Weinel): Edertalſperre Bad Wildungen,

IIla(Fräulein Dr. Döll): WetzlarBraunfels,

IIlb(Studienrat Schott): Pfahlgraben Saalburg,

IV(Reallehrer Müller⸗Ahlheim): Friedberg Bad⸗Nauheim,

V(Studienrat Junker): Kloſter Arnsburg Münzenberg,

VI(Reallehrer Kohlbach): Lumdatal⸗Staufenberg.

Die Schlagballabteilung, die unter Studienrat Weinel im Frühſahr und Vorſommer eifrig geübt hatte, ſiegte im Wettſpiel um den vom heſſiſchen Philologenverein geſtifteten Wanderpreis mit 81:21 Punkten am 6. Juli 1929 gegen Realgymnaſium Gießen und verlor am 10. Juli 1929 gegen Aufbauſchule Friedberg mit 27:60 Punkten.

Die Reichsjugendwettkämpfe wurden gelegentlich der Verfaſſungsfeier am 12. Juli 1929 zum Teil ausgetragen und dann nach den Sommerferien in den Turnſtunden der beteiligten Klaſſen zum Abſchluß gebracht. Mit der Vorbereitung und Durchführung hatten beſondere Mühe Studien⸗ rat Weinel, die Aſſeſſoren Dr. Döll, Schneider und Roth und Reallehrer Kohlbach. Aus den Kämp⸗ fen gingen 117 Sieger hervor. Von dieſen erhielten 14 die Ehrenurkunde des Reichspräſidenten von Hindenburg. Es ſind dies: Limper Ilag, Rau Ibe in der Knabengruppe III, Pfaff Ila?, Diehl Ila?, Erb llb in der Knabengruppe Il, Eiſentraut IIIb, Kömpf IIb, A. Keil IIlb in der Knabengruppe!, K. Keil IV, Stork IV, Späther V, K. Roth IIlb in der Vorklaſſe für Knaben, Marie Kratz Illa in der Mädchengruppe l, Hilde Kohlbach V in der Vorklaſſe für Mädchen.

Am 25. Auguſt beteiligte ſich die Oberrealſchule am Jugendfeſt(ſiehe Ziffer 6) durch allgemeine Freiübungen aller Klaſſen ab IIlb(zuſammen mit der Volksſchule), ducch Volkstänze der Mädchen und Bodenturnen uſw. der Knaben.

Die Handballabteilung, die ebenſo wie die 2 folgenden Abteilungen unter Führung von Aſſeſſor Roth übte und getragen war von der Spielbegeiſterung beſonders befähigter Schüler, verlor gegen Oberrealſchule Alsfeld am 19. 9. 29 mit 3:6, am 31. 10. 29 mit 1:2, die 2. Mannſchaft mit 0:2 Toren, obwohl ſämtliche Spiele ziemlich ausgeglichenen Kampf zeigten. Die gedrungenen Als⸗ felder Spieler hielten beſſer durch als die vielfach überſchlanken Grünberger.

Je eine freiwillige Turnſtunde für Ober⸗ und Unterſtufe bot Gelegenheit zum Verbeſſern der turneriſchen Leiſtungen und zu fröhlichem Tummeln.

Eine Schwimmabteilung von 10 bis 20 Schülern konnte während des Winters dank dem freundlichen Entgegenkommen des Herrn Sauer, des Schwimmwarts des Gießener Turnvereins von 1846, wöchentlich an dem Schwimmabend dieſes Vereins teilnehmen..

Der Geſundheitszuſtand der Schüler war im abgelaufenen Schuljahr durchweg gut. Hitz⸗ freimachten wir im Sommer an 7 Tagen. Zum Eis⸗ und Schneeſport bot der außergewöhnlich milde Winter kaum Gelegenheit. Der Hoherodskopf und ſeine nähere Umgebung trug allerdings den ganzen Februar hindurch eine Schneedecke von etwa 20 cm Höhe. Unter Führung von Studienrat Walther tummelte ſich dort eine Ski⸗Gruppe von 11 Grünberger Oberrealſchülern am 27. und 28. Februar auf ihren langen Brttern in Sonne und Schnee.

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