Jahrgang 
1928
Einzelbild herunterladen

klasse auf, während im seitherigen Lehrerzimmer die Bücherei Unterkunft fand. Das ehemalige physikalische und chem. Kabinett wurden vereinigt zu einem Klassenraum unter gleichzeitiger Abtren- nung eines Wartezimmers, da das seitherige als Durchgang vom alten Haus zum Anbau benötigt wurde. In die ein Jahr lang zu Schulzwecken verwendete Schuldienerwohnung zog nach gründlicher Wieder- herstellung am 7. November der der Anstalt seither fehlende Amtsgehilfe ein. Nach Erledigung der eigentlichen Bauarbeiten, die viel Sorgen, mancherlei Störung, manches Wandern der Klassen, zeit- weiliges Ver- und Zusammenlegen der Sammlungen, dabei viel Schmutz und Staub mit sich brachten, gings im Spätwinter an die Ausbesserungen im alten Gebäude und an die auch jetzt noch nicht ganz beendigte Erneuerung des Anstrichs in den Klassenräumen. Recht große Opfer sind der Stadt er- wachsen; stolz nach aufßen, praktisch und schön im Innern steht der Bau da, ein bei der schweren Notzeit doppelt erfreuliches Zeichen kräftiger und zielbewußter Bürgerarbeit. Bürgermeister und Rat der Stadt sei an dieser Stelle der Schule herzlichster Dank gesagt für das wohl gelungene Werk! Von einer eigentlichen Einweihungsfeier glaubten wir bei der nur schrittweise erfolgenden Fertig- stellung absehen zu sollen, denn unsere äußerst beschränkten räumlichen Verhältnisse, unter denen wir oft den Unterricht nur mit großer Mühe aufrecht erhalten konnten, zwangen uns dazu, jeden fertig gestellten Raum sofort zu benutzen. Andererseits hätte die Vorbereitung auch der einfachsten Feier wiederum störend eingegriffen in den Unterricht, der ohnehin schon genug von Unruhe heim- gesucht war. Möge der neue Bau der aufstrebenden Schule zum Segen gereichen!

5. Besichtigungen. Der Referent der Anstalt, Herr Staatsrat Block, nahm eine eingehende Besichtigung des Gebäudes und des Unterrichts am 4. Februar vor.

6. Prüfungen. Eine außerordentliche Reifeprüfung fand am 5 September 1926 für einen Schüler statt, der im vorigen Jahr aus Gesundheitsrücksichten über ein Vierteljahr vom Schulbesuch fern- bleiben mußte. Die ordentliche Reifeprüfung erfolgte am 9. Februar, alle 29 Oberprimaner bestanden. Ueber das Ergebnis der Prüfungen verweisen wir auf Seite 7 des Berichts. In beiden Fällen führte der Direktor den Vorsitz.

7. Schulfeierlichkeiten. Am 20. August begingen wir nachträglich die Feier des Ver- fassungstages, wobei Studienrat Schott die Ansprache hielt. Nach den Herbstferien feierten wir nachträglich den Geburtstag des Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg, dessen Bild Studienrat Walther der Schuljugend zeichnete. Zum Gedächtnis unserer Toten versammelten wir uns am 19. November; die Gedenkrede hatte Studienrat Junker übernommen. Mit dem ganzen hessischen Volke vereinigten wir uns am 28. Januar zur Feier des 75. Geburtstages des Herrn Staats- präsidenten Ulrich; den Jubilar feierte Studienrat Seybold. Die feierliche Entlassung der diesjährigen Abiturienten fand am Sonntag, 25. März, in der bis auf den letzten Platz besetzten Turnhalle statt. Seiner Abschiedsansprache hatte der Direktor die Dichterworte zu Grunde gelegt: Feiger Gedanken bängliches Schwanken usw. Aus gestifteten Mitteln konnten bei dieser Gelegen- heit zum ersten Mal Prämien verteilt werden an folgende Schüler, die sich durch vorbildliches Be- tragen und gute Leistungen während des Schuljahres ausgezeichnet haben: 1. Anna Hilbert aus Winnen VI; 2. Marie Repp aus Grünberg VI; 3. Irmgard Peters aus Flensungen V; 4. Werner Eimer aus Allendorf IIIb; 5. Heinrich Gerhard aus Nieder-Ohmen IIIb; 6. Elisabeth Repp aus Grünberg IIIa; 7. Tilla Römer aus Grünberg IIb; 8. Wilhelmine Angelberger aus Grünberg Ib; 9. Ernst Ziegler aus Kesselbach Ia. Flott gespielt wurde das von Frl. Kutzner mit äußerster Sorgfalt und unter großer Mühewaltung eingeübte SchulfestspielWer kommt? von Fr. Nagler. Zum ersten Mal gab unter Leitung von Stud. Rat Dr. Heil das Schülerorchester gute Proben seines Könnens.

8. V. D. A.-Schulgruppe.(Leiter Studienrat Seybold.) Unsere im Jahre 1925 gegründete Schulgruppe des Vereins für das Deutschtum im Ausland(V. D. A.) zühlte am Ende des Schuljahres 238 Mitglieder, die monatlich 10 Pfg. zahlen und dafür die V. D. A.-ZeitschriftJung Roland er- halten, während an den Landesverband für jedes Mitglied 50 Pfg. Kopfbeitrag gehen.

Die im Mai vorigen Jahres veranstaltete Werbewoche zugunsten der V. D. A.-Sache ergab außer einer Anzahl neuer Mitglieder für die Orts- und Schulgruppe des V. D. A. einen Reinertrag von rund 850 RM., inanbetracht der Bevölkerungszahl und Wirtschaftskraft unseres Bezirkes mit das beste

9