Jahrgang 
1937
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Die Höhere Landwirtſchaftsſchule beteiligte ſich geſchloſſen am Erntedankfeſt der Gemeinde. Am 27. 11. 36 verſammelten wir uns mit den Eltern zur 1. Schulgemeindefeier des Jahres. Viele waren ge⸗ kommen und lange hielten uns die Darbietungen zuſammen. Die neuen Jugendwalter wurden eingeführt. Außer reiner Unterhaltung durch Gaben zum ThemaHausmuſik wurden an 2 Dingen der Elternſchaft Aufklärung und Einblick gewährt. Herr Aſſ. Bauer ſprach überNeue Geſchichtsauffaſſung im AUnterricht und hatte dazu unſere neuen einſchlägigen Karten porgeführt. Dann führten wir die beiden Schulfilme vorDie deutſche Weſtgrenze undDeutſche Kulkurarbeit in Kamerun. Mit einem Weihnachtsgruß des Herrn Studienrat v. Muralt ſchloſſen wir am 22. Dezember. Am 7. 1. 37 konnten wir zurn Auftakt zum letzten Jahresdrittel zeigen, wie ſehr wir als Schule auch mitten ins Planen und Bauen des Führers eingeſchloſſen ſind. Auch die lb wird Oſtern Matur machen und im Aufbau des 2. Vier⸗ jahresplanes gebraucht. Auch der Staatsjugendtag iſt als ſchulfreier Samstag Vormittag gefallen. Die Schule iſt nicht mehr fern dem Leben. Wir mühen uns darum umſomehr, dies unſer Leben zu erfüllen. Am z3o. Jan. ſchalteten wir nach einer einleitenden beſonderen Feier in unſrer Schule auf Berlin um, wo Herr Reichsminiſter Dr. Goebbels vor einer Berliner Schule und damit auch zu uns über die Be⸗ deutung des Tages der Berufung des Führers zur Macht ſprach. Die Schule war in Uniform angetreten. Neigt ſich das Schuljahr und mahnt uns der Sonntag Reminiſcere, dann gedenken wir der Helden des Weltkrieges und der Bewegung und danken ihnen für ihr Opfer und die Saat, die ſie geſät. Es ſprach Herr Studienrat Bach. Der Fruühſport gab oft Gelegenheit, kurze Gedenken und Aufklärungen einzu fügen um: Leo Schlageter, General Litzmann, Heinrich 1. und andere, den 4⸗Jahresplan, V. D. A⸗Arbeit, Woche des deutſchen Buches, uſw. Religiöſe Feiertage waren am 31. 10. 36(Reformationsfeſt) und der 18. 11. 36(Buß⸗ und Bettag). Zur Entlaſſungsfeier der Oberprima hatten wir das Orcheſter, den Chor und die IIla, IIib hinzugenommen. Die Abſchiedsworte des Direktors beſchäftigten ſich mit dem Begriff Autorität und Schule. Gemeinſchaftsempfang für die Lehrer, Beamten und Arbeiter der Schule war im Oktober 1936 und am 30. 1. 37 angeordnet. Die 2. Schulgemeindefeier am 19. März bringt die Entlaſſung der Ib⸗Abiturienten und eine Vorführung ſportlicher Klaſſenleiſtungen.

4. Unterricht, Vorträge, Film, Theater, V. D. A. An dem Lehrplan als ganzem wurde auch in dieſem Jahre noch keine Anderung vorgenommen. Die Einarbeitung gemäß der inneren Umſtellung auf die neuen Erkenntniſſe, Lehren und Erforderniſſe vollzieht ſich immer mehr. Das betrifft beſonders den Geſinnungsunterricht, die Phyſ., Biol, ev. auch den Leſeſtoff der Sprachen. Die Teilnahme an den phyſ. und chem. Ubungen bleibt gut, für Stenografie iſt die Beteiligung zurückgegangen. Das Intereſſe für Latein iſt geringer, die Einſatzbereitſchaft in der Beteiligung im Modellbau iſt ſchwankend geworden. Modellbau und Weerkunterricht ſeit Einführung des erſteren beeinträchtigen ſich gegenſeitig. Im Unter- richt wird der Lehrer ſchon durch den Zwang der Anforderungen, die außerlehrplanmäßig an die Schule herantreten, in die Lage verſetzt, den Unterrichtsſtoff, die Dinge vorausnehmend, zu ſichten und auf das Weſentliche zu beſchränken. Als ganz beſondere Erſcheinung muß der Chronik übergeben werden, daß auf Grund einer Reichsverfügung die Unterprima bereits Oſtern 1937 mit der Reifeprüfung zu entlaſſen iſt. Ab 10. 12. 36 wurde daher die Stundenzahl für die wiſſenſchaftlichen Fächer erhöht, techniſcher Unterricht wurde für den Reſt des Jahres fallen gelaſſen. Dann wurde ab Jan. 1937 der fürs Deutſche Jungvolk ſchulfreie Samstag Vormittag als Staatsjugendtag aufgehoben, ſodaß die Schule wieder ihren Unterricht von dieſem Zeitpunkt ab auf 6 Wochentage verteilen konnte. Der Bezug der Zeitſchriften Hilf mit,Der junge Heimatfreund,Jambo, durch die Schüler iſt ſtetig geblieben. Eine Betei⸗ ligung am Jugendring der NS. Kulturgemeinde fiel weg, da bei Beginn der Spielzeit davon die Rede war, daß die Beteiligung von der HJ. aus erfolge. Dies war jedoch nicht eingetroffen und ſo führten wir dann die Schüler noch einmal am Ende des Schuljahres zum Theater nach Darmſtadt. Die Filmworführungen waren gegen das letzte Jahr ſpärlich: Wir ſahen an ſtaatspolitiſchen Schulfilmen Von Königsberg bis Berchtesgaden,Auf großer Fahrt,Jugend der Welt Sport und Soldaten, an Unterrichtsfilmen:Kohlenmeiler und Abbau der Steinkohle,Eine Schule im Schullandheim. 2 Vorträge fanden bei den Schülern ein geneigtes Ohr. Unſer früherer Schüler Peter Orth erzählte uns am 5. 10. 36 mit flottem Schwung von der Fahrt einer HJ.⸗Abordnung nach Italien(Padua, Venedig, Florenz, Rom, Bologna) unter Führung von Reichsjugendführer Baldur von Schirach, an der teilzuneh⸗ men er für ſeinen Einſatz in der HJ. belohnt wurde. Am 2. 2. 37 erzählte ein Blinder über Blin⸗ denſchickſal.

Großes Intereſſe wurde von den Schülern der Schülerbücherei in dieſem Jahre entgegengebracht. Wir haben den Beſtand um eine ſtattliche Zahl feſſelnder Jugendbücher vermehrt. Wer von den Schü⸗ lern in ſeiner Jugend von unſerer Einrichtung keinen Gebrauch macht, wird ein großes Verſäumnis ſpäter kaum wieder gut machen können. Darum haben wir in der Woche des deutſchen Buches die drei beſten Leſer ausgezeichnet.

Von dem Standpunkt ausgehend, daß die Jugend im VOA. nicht nur finanziell an den großen Aufgaben der Volkstumsarbeit beteiligt ſein will, ſondern ſich auch aktiv in dies Gebiet völk. Zuſammen gehörigkeit einarbeiten möchte, hat Herr Neumann eine BOA.Arbeitsgemeinſchaft übernommen. Aus einer ſtarken Meldung ſind bis jetzt 20 übrig geblieben. In den Sitzungen wird erzählt, geleſen, geſprochen, geſungen. Dort erzählte der Direktor über ſeine Erlebniſſe 1909 in Prag während der deutſch⸗tſchechiſchen völkiſchen Auseinanderſetzungen anläßlich der Grundſteinlegung zur neuen deutſchen Univerſität, Herr Neumann über ſeine Fahrt im letzten Sommer in die bayriſche Oſtmark, den Böhmerwald und über das