Jahrgang 
1937
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V. Geſchichte der Anſtalt.

1. Arbeitszeit: Das Schuljahr nahm am 15. April 1936 mit einem Lehrerrat und der Prüfung der außer der bereits geprüften Sextaner neu Aufzunehmenden ſeinen Anfang. Der letzte Schultag des Jahres 1936/37 iſt der 20. März 1937. Dazwiſchen lagen folgende Ferien:

Pfingſtferien: 28. 5.3. 6. 36 Sommerferien: 12. 7.16. 8. 36 Herbſtferien: 9. 10.18. 10. 35 Weihnachtsferien: 23. 12. 366. 1. 37

2. Perſonalnachrichten. Der Lehrerwechſel war bei Wegfall jegliches Ab- oder Zuganges zu voll kommenem Stillſtand gekommen. Die einzige innere Veränderung beſtand in der Erhöhung der halben Verwendung von Stud. Aſſ. Wolff auf mit Wirkung vom 1. 9. 36. Nach den Herbſtferien trat Studienrefecendar Otto Melchior in das Kolleginm ein, um an unſerer Schule ſein 2. Vorbereitungsjahr zu verbringen. Infolge erwähnter Stetigkeit waren die beſten Grundlagen für einen guten Arbeitstakt des Jahres gegeben. Im Intereſſe höherer Verpflichtungen gegenüber Staat, Partei und für Beruf waren folgende Herren beim Militär oder in Kurſen: Beim Militär in Gießen Herr Rothley vom 16 5. 11. 7. 36, Herr Wolff vom 8. 8.3. 10. 36 zur zweiten Ubung, Herr Knauß ab 4. 1.9. 5. 36 zu zwei milit. Kurſen in Gotha; die Herren Mletzger und Knauß auf dem Reichsparteitag im Sehnbhe Herr Breitwieſer vom 7. 9. 29. 9. 36 bei einem Turnkurs in Neu⸗Strelitz, bei einem neuſprachlichen Kurs für Engliſch in Mainz, Herr Neumann vom 14.199. 36, Herr Knauß vom 21.26. 9. 36, Herr Knauß weiterhin bei fortgeſchrittener Unterweiſung im Modellbau vom 17.19. 12. 36 in Dieburg, Herr Gils vom 11. 11.14. 11. 36 bei einem Kurs für Kunſterziehung in Mainz, die Herren Schneider und Eimer bei einem Kurs für Flugphyſik in Darmſtadt vom 25. 11.5. 12. 36, bezw. vom 9. 1219. 12. 36. Durch Krankheit waren Herren rund 120 Tage dienſtlich verhindert. Im ganzen gerechnet ver⸗ langten dieſe Ausfälle mit den Vertretungen der in Kurſen und beim Militär uſw. befindlichen Herrn die laufende Vertretung einer Lehrkraft für über ein ganzes Jahr. Während ſeiner Krankheit vom 19. 8. bis 8. 10. 36 war Herr Saal durch St. ⸗Aſſ. Heinrich Berg vertreten, durch St.⸗Ref. Melchior und an⸗ dere Herrn während ſeiner Krankheit vom 22. 2. 37 bis Ende des Schuljahres. Neben der hauptamt⸗ lichen Tätigkeit halten wir hier noch feſt die Arbeit vieler Herrn in der Partei und deren Gliederungen. Außer an anderer Stelle unſerer Zuſammenfaſſung erwähnte Vorträge ſprachen in der Fachſchaft II der Direktor über Gegenwart Zukunft des neuſprachlichen Unterrichts, Herr v. Muralt über Raſſenbiolo⸗ giſche Betrachtungsweiſe der Geſchichte Frankreichs, Herr Stephan von der Realſchule über Sinn und Wert der Unterhaltungsmathematik, Herr Schneider vor den Jungfliegern über Flugphyſik und vor der Orts⸗ gruppe des D. L. V über Otto Lilienthal, Herr Rothley vor den Hausluftſchutzwarten über Chemiſche Kampfſtoffe, Herr Neumann im N. S. L. B. über die blaue Blume, volkskundliche und kulturkundliche Be⸗ ziehungen des Flachſes, und in Werbeabenden des V. D. A. über die Bayriſche Oſtmark als Rückhalt für das deutſche Vorfeld in Böhmen, Herr Müller im Obſt⸗ und Gartenbauverein über Düngung des Obſt⸗ baumes.

Amtsgehilfe Walther iſt auch in dieſem Jahre noch in ſeiner Arbeitsfähigkeit infolge ſeines früheren Sturzes beſchränkt und wird in der Heizung z. Zt. durch Herrn Karl Frieß, Groß⸗Umſtadt vertreten.

3. Schulfeiern: Mit Gebet der Geiſtlichen, Wünſche der Direktion für Geſundheit und Erfolg der Schüler und vaterländiſchem Gedenken eröffnen wir das neue Schuljahr. Den Kleinen ſtecken wir als nächſtes Ziel den braven, fleißigen, ſtarken, forſchen Jungen in Schule und HJ., den älteren den im Ideal des nordiſchen Menſchen verankerten heldiſchen Menſchen, der alsSiegfriednatur mit ſtarkem Arm, gutem Schwert und reinem Herzen gegen die finſteren Mächte ankämpft, dem aber auch in kühler Beſonnenheit Raſſe nicht ein Geſchenk erſcheint, ſondern eine ſittliche Verpflichtung gegenüber Volk und Staat. So iſt am 20. 4. 36 die Geburtstagsfeier des Führers in Gedicht und Lied und der Rede des Herrn v. Muralt ein ebenſo ſinnerfülltes Gelöbnis. Am 1. Mai marſchieren die auswärtigen Jungens wieder zuhauſe im Zuge, die Umſtädter Schüler und Lehrer ſind bei der großen Feier auf dem Marktplatz der Stadt. Am Muttertag ſprach Herr Pfarrer Becker, die Schüler gedachten der Mutter in Gedichten, die Mädchen der Realſchule hatten poſitive Arbeit zum Tage geleiſtet und eine Erſtlingsausſtellung gearbeitet, die mit einer kleinen Vervollſtändigung aus einem Fonds eine hübſche Gabe für eine arme aber glückliche Mutter ſein ſollte. Am 11. 7. 36 gingen wir mit Dankesworten für die ſchönen Frühlings⸗- und Sommertage in Schule und Landheim in die Ferien, bewußt, ſchon einen Kraftſpeicher angelegt zu haben. Wir ver⸗ nahmen aus Worten von Hans Schemm, daß die Nat.-ſoz. Verjüngung, Lebensbejahung und Ganzheit bedeutet. Der Tag des deutſchen Volkstums wurde als Feſt der deutſchen Schule am 20. 9. 36 von der Volks⸗ und Höh. Schule an einem Sonntag gemeinſam gefeiert mit Fanfarenklang, Sprechchören, Liedern, Sprechchorſpielen, Tänzen. Der Redner war Herr Lehrer Macklin aus Kärnten. Am g. 11. 36 gedachten wir der Toten des g. Nov. Stud. Rat Metzger ſprach zu uns von ihrem Wollen und der Idee.