Sudetendeutſchtum. In weiteren Sitzungen der monatlichen VOA.Arbeitsgemeinſchaft wurden Beſpre⸗ chungen und Leſungen gehalten über: Aus dem Obleutebrief, Volksdeutſche Bücher, Schülerbriefwechſel⸗ Das deutſche Auslandsinſtitut in Stuttgart, Odenwälder im Banat, Sippenforſchung und Auswanderung, Gregor Mendel als Auslandsdeutſcher, Stimmen ſudetendeutſcher Jugend.— Ergebnis der wirtſchaftlichen und ſonſtiger VBOA⸗Arbeit des Herrn Eimer: Erhöhung der Mitgliederzahl auf 140, VOA⸗Sammlung für völkiſche Schutzarbeit im Ausland(64 RN.), Teilnahme zweier Schüler(Trautmann, Noack) am Schulungslager in Auerbach, Verkauf der volksdeutſchen Weihnachtslichter(500 blaue Kerzen) und Ker⸗ zenhalter(100 Stück), VBOA⸗Sammlung für völkiſche Schutzarbeiten im Ausland(43.— RN.)—
Auszeichnungen für unſere Schüler: Bäcker Ilb, Hintz Ila erhielten für ihre ſehr guten Lei⸗ ſtungen Reichsbeihilfen gemäß§ 146, 3, von der Landesregierung geſtiftete Bücher erhielten die Schüler Ganß für ſehr gute Führung und ſehr gute Leiſtungen, Noack und Relius für guten Einſatz in der Schule.
5. Sport, Schullandheime, Geſundheitspflege. Der Wert der nun ſchon feſte Formen beſitzenden neuen körperlichen Ertüchtigung zeigt ſich in einer beſſeren allgemeinen körperlichen Durchbildung der ge— ſamten Schuljugend. Im Gemmeinſchaftsleben beeinträchtigen neuere Formen, wie die des Schullandheims, ältere Formen, wie Tagesausflüge oder Tageswanderungen, deren Zahl ſchon durch das dauernd ſchlechte Wetter des Jahres auf ein ganz niedriges Maß herabgedrückt wurde. Desgleichen konnten in dieſem Jahre durch faſt vollſtändigen Ausfall von Hitzfrei und Eisfrei(7. 7., 18. 8. 36, 26. 1. 37) wenig Aus⸗ wirkungen auf die körperliche Entwicklung verzeichnet werden.— An größeren Wanderungen erwähnen wir die Fahrt der L⸗Schüler unter Führung von Herrn Müller durch Rheinheſſen zur Beſichtigung von Bauernhöfen und Werken.— Der Frühſport bleibt ein weſentlicher Faktor in der täglichen körperlichen Auffriſchung. Leider mußte er durch Regenwetter und übernäßten Schulhof ſehr oft ausfallen.— Doch ſtellen wir mit Genugtuung und Freude feſt, daß der Geſundheitszuſtand unter den Schülern gut zu nennen war und daß wir von ſchlimmen Krankheiten verſchont blieben.— Eine allgemeine körperliche Uberprüfung durch den Amtsarzt wurde in dieſem Jahre zum erſten Mal vorgenommen und Geſundheits— bogen angelegt. Der Befund war erfreulich gut. Nach der ebenfalls begonnenen aber noch nicht ganz durchgeführten zahnärztlichen Unterſuchung war das Ergebnis weniger zufriedenſtellend und zeigte, wie viel hier, vor allem von Seiten der Eltern, noch zur Erhaltung und Pflege der Zähne der Kinder zu tun iſt.— Das beliebt gewordene Milchfrühſtück mußte im Winter wegen Umbauarbeiten bei der Molkerei Groß⸗ Umſtadt ausfallen.
Als Landheimaufenthalt wöühlten wir die Jugendherberge in dem Städtchen Wertheim, das anmutig an der Mündung der Tauber in den Main gelegen iſt. Nach dem Erlebnis der Bergſtraße⸗ Rheinebene des vergangenen Jahres hieß unſer Thema in dieſem Jahr„Mainfranken“. Ein einleitender, der Fahrt vorausgehender Vortrag von Herrn Aſſ. Neumann, einem Kenner von Ort Wertheim und Um⸗ gegend, erhöhte mit ſeinen Erläuterungen über Stadt, Burg, Übertäuberer, Bodenverhältniſſe, den Strom und ſeine Strömungsauswirkungen, den Speſſart, die nahen Kapellen, die Kunſt von Riemenſchneider und Grünewald, die Erwartung der Frankenfahrer. Die Jugendherberge von Wertheim(ſ. Titelbild), fern von den Gefahren des Verkehrs, bot einen prächtigen Blick auf das alte, doch ſchmucke Städtchen mit ſeiner Burg. Erſt vor wenigen Jahren erbaut, war das Heim ein idealer Aufenthaltsort für unſere Jugend. Die lld Li und IIIb L weilten dort vom 11. 5.—16. 5, la, lb, lla vom 18. 5.— 23. 5, die Mädchen⸗ ſchule vom 8. 6.—13. 6., IIla Lz und IV vom 13. 6.— 20. 6., VI und V vom 22. 6.— 27. 6. Die oberen und mittleren Klaſſen fuhren mit ihren Fahrrädern nach Wertheim und unterließen es nicht, Fahr— ten durch das romantiſche Taubertal nach dem trutzigen Rothenburg ob der Tauber und nach der alten Biſchofsſtadt Würzburg mit ſeinen Kunſtſchätzen zu unternehmen. Die Unterklaſſen und die Mädchen be⸗ nutzten den Omnibus und machten kleinere Ausflüge in das Maintal und in den Speſſart. Alle Teil⸗— nehmer— niemand blieb zu Hauſe— waren begeiſtert, ein ſchönes Stück deutſcher Heimat neu kennen gelernt und erlebt zu haben.— Von der in dieſem Jahr für die Fahrt 1937 eingerichteten Schulſparkaſſe erwarten wir eine Erleichterung und Förderung der Organiſation des Unternehmens.
Sportbericht 1936/37
Sport, Schullandheim, Geſundheitspflege. Auch an unſerer Anſtalt wird der ſport⸗ lichen Ertüchtigung der Jungen der größte Wert beigelegt. Durch eine möglichſt vielſeitige und planvolle Ausbildung verſuchen wir nicht nur die phyſiſchen Grundlagen, ſondern auch die charakterlichen Eigenſchaf⸗ ten des Kämpfertyps von früh auf anzuerziehen. In der Gymnaſtik mit und ohne Gerät wollen wir eine allgemeine Körperſchulung erreichen, das Hindernisturnen ſtellt die Jungen vor unvorhergeſehene Schwierig⸗ keiten, die ſie im Zwei⸗ oder Mehrkampf überwinden müſſen, wir fördern die Einzelleiſtung am Gerät, in der Leichtathletik, im Schwimmen durch ſinnvollen Aufbau, im Kampfſpiel erziehen wir zu Kampfgeiſt und Zuſammenarbeit der Mannſchaft, und vom Boxen verſprechen wir uns die Steigerung von Entſchlußkraft, Mut und Härte. Selbſt die härteſte Form ſportlichen Wettkampfes ſcheuen wir nicht: den Kampf Mann gegen Mann auf engſtem Raum, den Boxkampf im Ring.
In den letzten Jahren findet unſere ſportliche Schularbeit eine ſtarke Belebung durch die Mann— ſchaftskämpfe der heſſiſchen Schulen und die Wettkämpfe des Deutſchen Jugendfeſtes. In den Einzel⸗ leiſtungen des Deutſchen Jugendfeſtes konnten von 151 Teilnehmern unſerer Schule 41,7% die verlangte⸗ Punktzahl erreichen.


