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ſie Wert auf die Feiergeſtaltung legen. Die einfachſten dieſer Feiern ſind die Flaggenehrungen, bei denen der Direktor oder einer der Herren des Kollegiums in der Jugenderziehung erſtrebenswerte Ziele als Werte herausſtellt, wie: Arbeit, Fleiß, Pünktlichkeit, Sauberkeit, Takt und Höflichkeit, Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit, Jugendliche Friſche und Freudigkeit, Glaube und Treue u. a., wie Umſtände ſie nahe⸗ legen. In dieſer Einſtellung erfolgte die Hiſſung der Flagge am 1. Schultag, den 30. 4. 35 und jeweils bei den Flaggenehrungen bei Ferienbeginn und Schulanfang.— Der 1. Mai, der Tag der Nationalen Arbeit, ſieht die Lehrer und Schüler in den verſchiedenen Formationen und Organiſationen bei den Feiern der Gemeinde.— Zum Muttertag verſammelte ſich die Schule mit der Mädchenrealſchule in der mit reichem Blumenſchmuck ausgeſtatteten Turnhalle. Die Mädchen hatten auf mehreren Tiſchen 74 einzelne Gegenſtände ausgebreitet. Dieſe reichen Gaben von 42 Mädchen ſprechen von der Freude der kleinen Geberinnen beim Schenken. Die Gaben wurden an die Mütterfürſorge der NS.⸗Frauenſchaft weiterge⸗ leitet. Mädchen und Jungens beteiligten ſich an Vorträgen, den Muttertag⸗Gedanken erläuterte in ſeiner Anſprache Herr Pfarrer Hartmann.— Am 2. 10. 35, als das Radio uns aus dem Tannenbergdenkmal die Uberführung des verewigten Generalfeldmarſchalls von Hindenburg in ſeine Heldengruft meldete, ſprach Studienaſſeſſor Bauer.— Der Tag der Hausmuſik wurde am 29. 11. 35 in den Rahmen unſerer 2. Schulgemeindefeier eingeſpannt.— Am 21. 12. 35 war die Jugend in der HJ. zum Sammeln auf⸗ gerufen. Dabei ſprach Herr von Muralt, der hier das WHW. geführt hatte, vom Erfolg und Wert des WHW.— Unſere Schule iſt 100% ig in der HJ. Die Aufrichtung eines Symbols für eine ſo ge⸗ ſchloſſene Haltung wartete auf den paſſenden Tag. Am 30. Januar, dem Tag der nationalen Erhebung, war unſere Jugend in HJ.Uniform angetreten, um ihre Fahne neben der Reichsflagge aufzuziehen. Die Feiergeſtaltung für dieſen Tag brachte die HJ. mit(lt. Verfügung). Es ſprach zum 30. Januar Herr Knauß, vom Sinn der Hiſſung der HJ.⸗Fahne auf der Schule und der Stellung der Jugend zur Schule und den Aufgaben in der Zuſammenarbeit der Direktor.— Der Gefallenen des Weltkrieges und der Bewegung gedachten wir am 6. 3. 36 angeſichts der Gefallenentafeln der Schule, die Schüler in Lied und Chören, Herr Neumann in ſeiner Gedenkrede.— Der Frühſport bietet uns Gelegenheit weiteres Ge⸗ denken in das Schulerleben einzubauen, um die Jugend mit dem Leben des Volkes und der werdenden Geſchichte, dem Geſchehen ihrer Tage, in Verbindung zu halten. Solche Anläſſe waren der Jahrestag der Rückgliederung der Saar ins Reich, die Erklärung der Hakenkreuzflagge als einzige Reichsflagge, die Ermordung des Landesgruppenleiters Wilhelm Guſtloff, der Einzug deutſcher Truppen ins Rheinland, der ſeitherigen entmilitariſierten Zone, der Jahrestag der Wehrhoheit des deutſchen Volkes und der Wahlkampf zum 29. März.— Feierſtunden in der Kirche waren am Reformationstag, 31. 10. 35, für die Prote⸗ ſtanten und am Allerheiligen⸗Tag, 1. 11. 35 für die Katholiken, darnach Unterricht. Feiertag war der Buß⸗ und Bettag 20. 11. 35.—
Einen in ſich geſchloſſenen Sinn hatten die drei Feiern der Schulgemeinde. Die Neuregelung des Verhältniſſes von Elternſchaft, Schule und Hitlerjugend brachte für die Schulen die Schaffung dieſer Schulgemeinden. Darin will der Staat einerſeits die Elternſchaft mit ſeinen Erziehungsgrundſätzen bekannt⸗ machen, andererſeits ſollen aber alle an der Erziehung beteiligten Faktoren in einer Gemeinſchaft an der Erziehung der deutſchen Jugend mitwirken. Die engere Verbindung zur Schule wird durch die Vertreter der Elternſchaft, vom Direktor berufen, und dem Vertreter der HJ., von der HJ.⸗Führung entſandt, auf⸗ rechterhalten. Berufen wurden in dieſem Jahre die Herren G. L. Ganß, Brauereibeſitzer in Groß⸗Umſtadt, H. Häuſer, Reichsbahnaſſiſtent, Groß⸗Umſtadt, K. Klingmann, Kaufmann Höchſt i. O. Von der HJ. waren entſandt der Oberprimaner G. Magſaam, ſpäter Fähnleinführer und Führer des Stammes Herr O. Kunkel. Die feierliche Einführung der Herrn Vertreter wurde am 4. 10. 35 vorgenommen. Die Feier fiel in die Werbewoche der HJ.: die einheitliche Uniformierung gab der Feier ein beſonderes Ge⸗ präge, und ſie war auf Lebendigmachung der Begriffe Weihe, Glaube, Kampf und Sieg abgeſtellt. Nach Anſprache des Direktors, in der die Ziele nationalſozialiſtiſcher Erziehung umriſſen wurden, wurde von ihm die Verpflichtung vorgenommen. Einzel⸗ und choriſche Vorträge ſchufen den Rahmen.— Die zweite Schulgemeindefeier nahm als äußeren Anlaß den Tag der Hausmuſik. Die Feier am 29. 11. 35 war mit Proben verſchiedenſter Hausmuſik im J. Teil ausgefüllt. Dann führte im II. Teil Herr Völzing der Schulgemeinde den Wert der Sippenforſchung vor und bereitete ſo den Boden bei den Eltern für die Arbeit in der Schule. Darauf wurden die Eltern zu Schulausſtellungen geführt(Sippentafeln, Zeichen⸗ gruppenarbeiten und Sammlungen einzelner Klaſſen). Der Feſttag ſchloß mit reizenden Singſpielen der Mädchenrealſchule und einem engliſchen Theaterſtück der la(aus Strife) Vererbung und Leiſtung als Darſtellungsgegenſtände waren im II. und III. Teil zu zeigen beabſichtigt.— Die 3. Schulgemeindefeier wurde am 7. 2. 36 im Rahmen des großen Treffens der ehemaligen Landwirtſchaftsſchüler gehalten, das Thema lautete:„Bauer und Heimat“. Das VOA.⸗Spiel„Georgitag“ unterſtrich dabei die Tragik, aber auch die hehre freiwillige Verantwortung eines blut- und bodengebundenen Bauerntums.(ſ. beſonderen Bericht.)
4. Unterricht, Vorträge, Film, Theater, VDA.: Nachdem die Organiſation um den Staats⸗ jugendtag bereits im letzten Jahre eine feſte Form angenommen hatte, konnte dieſe für 1935/36 beibehalten werden. Allgemeine Lehrplanänderungen lagen noch nicht vor. Dagegen gaben die Ausleſebeſtimmung en für die höheren Schulen mit der neuen Notengebung(nur noch 4 Noten: ſehr gut, gut, genügend, nicht genügend) und der Beurteilung der Schüler ſtatt der üblichen Betragensnoten, der ſchuliſchen Arbeit neuen Auftrieb. Unſere Beſprechungen beſchränkten ſich daher auf dieſe Beſtimmungen, auf die neuen Richtlinien für den Biologie⸗Unterricht, auf die Pflege der Luftfahrt in den Schulen und auf eine Uberprüfung des Lehrplans der Klaſſen und Fächer, und die Möglichkeit des Einhaltens und der Ausrichtung in der Schule.


