Jahrgang 
1936
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Als praktiſches Ergebnis der Luftfahrtbeſprechungen erwähnen wir die Arbeitsgemeinſchaften der Schüler. In der Arbeitsgemeinſchaft der Oberſtufe(12 Teilnehmer) wurde mit der Arbeit früh eingeſetzt mit der Phoſik des Fliegens an Hand von Verſuchen mit zum Teil neuen, zum Teil ſelbſtgebauten Apparaten. Auch die anderen Fächer werden folgen. Die Obertertianer bis Quartaner wurden in zwei Kurſen(28 Teilnehmer) zum Modellflugzeugbau zuſammengefaßt. Die ſtarke Inanſpruchnahme des Leiters dieſer Arbeitsgemeinſchaft durch Vertretungen ließ ſie erſt gegen Ende des Schuljahres praktiſch werden. Bei ſolchen verſchiedenartigſten neuen Aufgaben iſt die Erreichung des Lehrziels eine Frage der Bereit⸗ ſchaft der Schüler und der Arbeitsmöglichkeit der Lehrer. In beiden Punkten wollen wir uns einzig und allein vom Leiſtungsprinzip leiten laſſen. Die freiwillige Beteiligung der Schüler an den phys., chem. Ubungen, dem Kurzſchriftunterricht, dem Werkunterricht, der Fliegerei⸗Arbeitsgemeinſchaft, dem Bezug der ZeitſchriftenHilf mit,Der junge Heimatfreund,Jambo iſt ſehr gut zu nennen. Zum Jugend⸗ ring der NS.⸗Kulturgemeinde gehören mit den Mädchen der Mädchenrealſchule 75 Schüler innen. In reichem Filmmaterial wurden Heimatgefühl, Wiſſen und Wille angeregt. Wir ſahen an Großfilmen: Triumph des Willens,Die Saat geht auf, Hände am Werk,Der alte und der junge König: an Unterrichtsfilmen:Entwicklung und Vermehrung der Erbſe,Das Bläßhuhn,Bauerntöpferei, Korbflechterei,Wir baſteln einen Bauernhof,Zeugen deutſcher Vorzeit,Holzflößerei,Damwild und Rotwild,Das Landkartenhochbild,Hochſeefiſcherei,Der Seiler,Helgoland,Bilder aus der Vogelwelt(Bewohner von Schilf und Sumpf),Schutzfarbe und Schutzform im Tierreich,Die Ringelnatter, Tierpflege im Zoo,Tiſchlein, deck dich...! UÜberaus eindrucksvoll, von unfaßbarer Härte des Forſcherdranges zeugend, war der Vortrag des Bergingenieurs Kurt Herdemerten, Teilnehmer an der Prof. Dr. Wegnerſchen Grönlandexpedition über das Unternehmen in der Eiswelt Grönlands. Das Radio wurde weiter für die Schule und einzelne Klaſſen in den Unterricht einbezogen,(z. B. bei HJ.⸗Appell auf dem Reichsparteitag in Nürnberg am 14. 9. 35, Eröffnung der Winterolympiade am 6. 2. 36). Im VOA. Kreis der Schule iſt eine ſtarke Zunahme von Nitgliedern unter den Schülern zu verzeichnen(117). Die Gruppe wird von Herrn Eimer geführt. Durch die Organiſation wurden uns die FilmeMit Deutſchen Jungen durch Südamerika am 2. 9. 35 und am 2. 3. 36Deutſchtum in aller Welt und die Hohe Tatra geboten. In der Organiſation marſchierten beim großen Treffen in Königs⸗ berg 6 Schüler innen und 3 Lehrer in(Wolff, Knauß, Reiſchel), in die Außenwelt ſuchten wir mit der Schul⸗ gemeindefeier am 7. 2. 36(Bauer und Heimat) zu wirken. Sehr werbend in ſeiner Heiterkeit war das VOA. Kaſperletheater des Herrn Hellwig. Auszeichnungen unſerer Schüler: Pfeuffer 1 b Buch⸗ preis der Landesregierung Abt. ll für ſeinen Beitrag zum WHW. 1934, Bäcker lll a, Blitz Illb Reichs beihilfen nach§ 146 Abſ. 3 der Reichsverfaſſung für ſehr gute Leiſtungen.

5. Sport, Wandern, Seſundheitspflege: Die ſportliche Betätigung der Jugend hat richtig⸗ geſehen immer zwei Seiten, die rein körperliche und in der Körper⸗Seele⸗Einheit natürlich auch eine ſeelſſche Wirkung. So betrachten wir die kurze ſportliche Betätigung beim gemeinſamen Frühſport, wo zur ſportlichen Auffriſchung des Körpers, Spruch, Lied oder irgend ein nationales Gedenken tritt. Da ſelten eine längere für die unterrichtliche Arbeit ſtörungsfreie Zeit lief, iſt die Zahl der Spaziergänge auch nur gering, am 22. 5. 35, 13. 12. 35, 24. Z. 36. Ein ſtarker, weit wertvollerer Ausgleich für dieſen Aus⸗ fall war der Schullandheimaufenthalt aller Klaſſen in der neuen Jugendherberge in Zwingenberg a. d. B. In vier Wochen war bei gleichzeitiger Verſchickung mehrerer Klaſſen in einer Woche die Schule durch. Wir wählten die nähere Bergſtraße nach dem Geſichtspunkt: Erſt die Heimat, dann die Welt. Dem Drang nach noch größerem Erleben wurde in den einzelnen Klaſſen dort ganz verſchieden Rechnung ge⸗ tragen. Dabei beobachteten wir den Vorteil der Luftveränderung, die Stärkung des Heimatbewußtſeins, die Möglichkeit verſchiedenſter, ſchuliſch ſonſt unmöglicher, kameradſchaftlicher Betätigung, den Wert eines formenhaften und charakterlichen Anpaſſungszwanges. Zu gleicher Zeit ſollte ein großes Erlebnis geſchaffen werden, das hieß:Rheinebene von der Bergſtraße geſehen, das Ergebnis war natürlich Wunſch nachMehr. Den Eltern iſt zu danken, daß ſie unſer erſtes Unternehmen ſo freundlich und verſtändnis⸗ voll unterſtützten. Wir bitten ſie, ſchon jetzt eine finanzielle Bereitſchaft für den Sommer 1936 zu ſchaffen, denn die gute Erfahrung des Schullandheimaufenthalts beſtärkt uns in der Abſicht weiterer Verſuche. Bei den Sammlungen der Schüler für das Jugendherbergswerk erhielten viele Schüler für ihr erfolg⸗ reiches Sammeln Freiſcheine für Herbergsaufenthalt. Wir erwähnen noch eine Fahrt von Herrn Knauß mit einigen Jungen nach Dänemark⸗Norwegen. Hitzfrei war am 24. 6., 25. 6., 26. 6., 27. 6., 1. 7., 12. 7. 35; eisfrei am 4. 2., 11. 2. 36. Die Oberſtufe beteiligte ſich verſchiedentlich an der Gemein⸗ ſchaftsarbeit am neuen Schwimmbad in Groß⸗Umſtadt. Die Herren Müller und Rothley unternahmen in den Pfingſtferien mit den Schülern der Höheren Landwirtſchaftsſchule eine Radtour durch Oberheſſen, um die dortigen landwirtſchaftlichen Verhältniſſe kennen zu lernen.

Sportbericht.

1. Die Wettkämpfe innerhalb desDeutſchen Jugendfeſtes 1935 berührten die Schule inſofern nicht, als nur vereinzelte Schüler damals noch nicht in der HJ. waren. Sie wurden bei der Abnahme der Wettkämpfe der HJ. überwieſen. Die Abwicklung der Kämpfe für unſere Jungen war in ihren ent⸗ ſprechenden Heimatformationen, nur die Verteilung von Siegernadeln wurde zum Teil von der Schule übernommen. Danmiit erlebten wir hier zum 1. Mal, daß dasDeutſche Jugendfeſt 1935 in der Organiſation und in der Durchführung zum größten Teil in den Händen der Jugend ſelbſt lag. Das gleichzeitige