Jahrgang 
1915
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Die üblichen Spaziergänge in die Umgebung wurden von allen Klaſſen am 29. April, 16. Juni und 23. Oktober ausgeführt. Die Oberſekunda beſuchte in einer zweitägigen Wanderung am 19. und 20. Mai unter Führung von Herrn Prof. Dr. Bernius den Vogelsberg; am 20. Mai unternahmen alle Klaſſen eine ganztägige Wanderung nach ver⸗ ſchiedenen Punkten des Odenwalds, Speſſarts und Taunus.

Kleinere botaniſche und geologiſche Ausflüge fanden öfters ſtatt. Herr Dr. Völzing führte in den Pfingſtferien 16 Schüler der Landwirtſchaftsſchule und einen der Real⸗ ſchule auf einem geologiſchen Ausflug durch die Eifel. Am 14. November beſuchten 80 Schüler unter Führung von 3 Lehrern die wohlgelungene und vornehme Aufführung von SchillersWilhelm Tell im Großh. Hoftheater in Darmſtadt.

Auf Grund des Erlaſſes des Kriegsminiſteriums, betreffend die militäriſche Vorbe⸗ reitung der Jugend während des mobilen Zuſtandes, gründete Herr Direktor Göckel am 4. Oktober eine Jugendwehr Groß⸗Umſtadt, deren Vorſitzender er wurde. Die techniſche Oberleitung hat Herr Bahnhofsvorſteher Röſel. Ihm zur Seite ſtehen die Herren Oberbahnaſſiſtent Euler, Oberbahnaſſiſtent Welker, Steueraufſeher Pithan, Gerichtsvollzieher Diehl, Polizeidiener Gebhardt, Hauptlehrer Maſer, Stadtrechner Holzapfel, Reallehrer Bernbeck, Prof. Dr. Bernius, Oberlehrer Aralt Zu der Jugendwehr gehören etwa 120 junge Leute, davon 45 Schüler unſerer

nſtalt.

d) Die Abſchlußprüfungen. Infolge des Krieges mußte eine Reihe von Notprüfungen

nach Verfügung vom 3. Auguſt, 26. Auguſt und 9. September ſtattfinden. Am 12. Auguſt beſtanden unter dem Vorſitz des Direktors 1 Schüler der Ila und 3 Schüler der IIb die Abſchlußprüfung, am 4. September 5 Schüler der Ll, am 21. September und am 13. Oktober je 1 Schüler der LI die Abgangsprüfung. Den Frühjahrsprüfungen unterzogen ſich unter dem Vorſitz des Herrn Prof. Taſché am 27. Februar 11 Schüler aus Ll und am 13. März 20 Schüler aus IIb. Die Ergebniſſe ſiehe unter III a.

e) Schulfeiern. Der Sedantag wurde durch einen Spaziergang feſtlich begangen. Auf

f) Die

dem Hainrich hielt Herr Reallehrer Bernbeck die Feſtrede über:Die Urſache des jetzigen Krieges und die erſten Erfolge. Bei der Geburtstagsfeier Sr. Königl. Hoh. des Großherzogs ſprach Herr Prof. Dr. Vollhardt über:Was ſind die Urſachen für den Krieg von 1870 und jetzt, bei der Sr. Majeſtät des Kaiſers Herr Prof. Dr. Biedenkopf über:Unſere feldgrauen Helden, nach ihren Briefen.

Der Anſtalt war es vergönnt, zwei ſeltene Feiern zu begehen, die eine zu Beginn des Schuljahres, die andere bei der Eröffnung des Unterrichts nach Weihnachten. Herr Profeſſor Drehwald konnte am 1. März 1914 und Herr Profeſſor Michel am 1. Ja⸗ nuar 1915 auf 25 Jahre unermüdlichen Schaffens, treuer hingebender Arbeit und ſegens⸗ reicher Wirkſamkeit an unſerer Schule zurückblicken. Der Direktor übermittelte den beiden Jubilaren den Wunſch des Lehrerkollegiums und der Schüler, daß ihnen Gott noch lange Geſundheit, Kraft und Stärke zum ferneren Wirken verleihen möge.

Schule und der Krieg. Der Befehl zur Mobilmachung am 1. Auguſt mußte tief in das Leben der Schule hineingreifen. Die meiſten Lehrer ſtanden bereits in einem Alter, in dem man nicht mehr die Feder mit dem Schwerte vertauſcht, weshalb auch nur wenige Herren im Felde ſtehen. Herr Aſſeſſor Büttner iſt Feldwebelleutnant beim 2. Landſturmbataillon Darmſtadt und der Pedell der Anſtalt, Kirchmeyer, Landſturmmann bei derſelben Truppe. Für den Pedell trat als Hilfsheizer Gg. Weber ein. Der israelitiſche Religionslehrer Kahn iſt ſeit 6. Oktober zum Militär einberufen. Von den Schülern der Anſtalt, die ihr beim Kriegsausbruch noch angehörten, trat Schulz aus LI bereits am 2. Mobilmachungstag beim Infanterie⸗Regiment Nr. 87 in Mainz als Kriegsfreiwilliger ein. Er wählte das Regiment, dem ſein Vater als Major angehört, und das ſein Großvater 1870/71 geführt hatte. Ohne Rückſicht auf das Examen war Schulz für ſein Vaterland zu den Waffen geeilt; er iſt jetzt Fahnen⸗ junker und Unteroffizier ſeines Regiments, nachdem er den Berechtigungsſchein am 4. September erworben hatte. Aus IIa trat Wernher, dem die Ablegung der Notprüfung im Auguſt möglich war, beim Dragoner⸗Rgt. Nr. 24 ein. Nachdem durch Verfügung des Reichskanzlers die Siebzehnjährigen auch nach halbjährigem Beſuche der Unterſekunda die Berechtigung zum einjährig⸗freiwilligen Militärdienſt erwerben konnten, beſtanden am 4. September außer dem bereits erwähnten Schulz noch 4 Schüler der LI die Abgangs⸗