Jahrgang 
1914
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atlas; Mitteilungen der Zentralſtelle für Landesſtatiſtik; Hübner, Statiſt. Tabellen; Deutſchland zur See in Wort und Bild von Teutſch⸗Lerchenfeld; Arend⸗Doermer, Technik der anorg. Experimentalchemie; Schnell, Aufgaben zur graphiſchen Darſtellung für den math. Unterricht; Schultze, Graphic⸗Algebra, Brehm, Tierleben; Havenſtein, Beiträge zum landw. Schul⸗ und Genoſſenſchaftsweſen; Freiherr v. d. Goltz, Geſchichte der deutſchen Landwirtſchaft; Neye, Die Pflanzenbaulehre.

Zeitſchriften: Monatsſchrift für die höh. Schulen, Deutſche Revue, Kunſtwart, Lehr⸗ proben und Lehrgänge, Zeitſchrift für phyſ. und chem. Unterricht, Naturwiſſenſch. Wochenſchrift, Monatsſchrift für den naturw. Unterricht, Geographiſche Zeitſchrift, Mikrokosmus, Neuere Sprachen, Neue Univerſum, Deutſchlands Jugend, Landwirtſch. Preſſe, Landwirtſch. Zeitſchrift, Heſſ. Volks⸗ bücher, Zeitſchrift für Geſchichte der Erziehung und des Ünterrichts, A. E. G.⸗Zeitung.

Im Laufe des Winterhalbjahres wurde unſere phyſikaliſche Lehrmittelſammlung durch die Anſchaffung einer elektriſchen Experimentieranlage im Anſchluß an das hieſige elektriſche Leitungsnetz, das von der Heſſiſchen Eiſenbahn⸗Aktien⸗Geſellſchaft in Darmſtadt im vergangenen Jahre errichtet wurde, nennenswert erweitert.

Mit der Ausführung der Anlage wurde die Heſſiſche Eiſenbahn⸗Aktien⸗Geſellſchaft in Darmſtadt, die bereits an mehreren höheren Schulen in Darmſtadt ähnliche Anlagen in zweckent⸗ ſprechender Weiſe ausgeführt hat, im November beauftragt. Die Fertigſtellung und Uebergabe der einwandsfrei arbeitenden Einrichtung erfolgte Ende Februar.

Eine kurze Beſchreibung der Anlage dürfte von Intereſſe ſein:

Da einmal das hieſige Leitungsnetz mit Wechſelſtrom bezw. Drehſtrom betrieben wird, andererſeits aber die meiſten Verſuche in der Elektrizitätslehre mit Gleichſtrom vorgenommen werden müſſen, ſo war vor allem die Anſchaffung eines Drehſtrom⸗Gleichſtrom⸗Umformers nötig. Dieſes Aggregat fand Aufſtellung in unſerem phyſikal. Sammlungszimmer und beſteht aus einem 5,4 PS. Drehſtrom⸗Aſynchron⸗Motor und einer mit dieſem durch eine ſog. flexibele Kupplung verbundenen, auf gemeinſamer eiſerner Grundplatte montierten Gleichſtrom⸗Dynamomaſchine mit Selbſterregung und Wendepolen. Die Größe des Aggregats wurde hauptſächlich durch einen vorhandenen großen Projektionsapparat von Leitz beſtimmt, zu deſſen Betrieb Gleichſtrom am vorteilhafteſten Verwendung findet. Der Energieaufwand an Gleichſtrom iſt bei epidiaſkopiſchen Projektionen durch die hier nötige Lichtintenſität ein nennenswerter.(30 Amp. bei 80 Volt= ca. 2,5 K W.) Im Phyſiklehrſaal fand links neben der Schreibtafel die eigentliche Experimen⸗ tierſchalttafel Aufſtellung. Auf einer Marmortafel von 1,60 m Höhe und 1 m Breite mit gefälliger Umrahmung und unterem Aufbewahrungsſchrank für Leitungen, Sicherungen u. ſ. w. befinden ſich alle für die verſchiedenen Verſuche notwendigen Schalter, Meßinſtrumente, Sicherungen, Regulierwiderſtände, Anſchlußklemmen u ſ. w. Von der Schalttafel aus wird auch das Um⸗ formeraggregat eingeſchaltet und reguliert. Die von dem Leitungsnetz der Stadt kommende Speiſeleitung führt zuerſt über die ebenfalls im Sammlungszimmer montierte Zählertafel, mit Elektrizitätszähler, Hauptſchalter und Hauptſicherung nach der Experimentierſchalttafel und zwar an die 4 Hauptſammelſchienen. Von hier verteilen ſich die einzelnen Experimentierſtromkreiſe mit den nötigen Sicherungen und Schaltern. Auch der von dem Gleichſtromdynamo erzeugte Gleichſtrom wird über die Schalttafel geleitet und dort reguliert.

Mit der Einrichtung können erzeugt, reguliert und gemeſſen werden: 1. Einphaſenſtrom(0⸗Leiter und 1 Phaſenleiter) von 220 Volt und 20 Amp. a) direkt vom Netz nicht regulierbar, b) regulierbar. 2. Drehſtrom(Drei⸗ oder Vierleiter 3= 380 Volt bezw. 3= 220 Volt und 20 Amp. 3. Gleichſtrom 55 80 Volt und 40 Amp. max.. a) direkt, b) regulierbar.

Die Regulierung geſchieht durch einen Univerſalregler, der durch einen Umſchalter in die betr. Stromkreiſe zu ſchalten iſt, in Hauptſtrom⸗ und Nebenſchlußſchaltung, und geſtattet ſowohl Gleich⸗ wie Wechſelſtröme von wenigen Millivolt und Milliampère bis hinauf zu den oben an⸗ geführten Werten zu erzeugen. Amperemeter und Voltmeter mit geringem und hohem Meßbe⸗ reich dienen zur Meſſung der Ströme. Von den an der unteren Seite der Schalttafel befindlichen Abnahmeklemmen führen entſprechend farbig gehaltene Leitungsſchnüre zum Experimentiertiſch.