Jahrgang 
1890
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Winterhalbjahr: Einführung in die Tierzuchtlehre mit Benutzung der reichhaltigen Sammlung von Tiermodellen und durch Demonſtrationen an lebenden Tieren. Die wichtigſten Raſſen des Rindes, Pferdes, Schafes und Schweines; ihre beſonderen Raſſemerkmale und Nutzungseigenſchaften.

Lehrbuch: Roemer, Grundriß der Tierzuchtlehre.

2. Klaſſe, 6 Stunden wöchentlich.

Sommerhalbjahr: Ackerbau, 4 St.: Entſtehung und Ablagerung des Bodens, ſeine Beſtandteile, ſeine allgemeinen Eigenſchaften, die wichtigſten Bodenarten. Boden und Klima, die meteorologiſchen Stationen und ihre Bedeutung für die Land⸗ wirtſchaft. Die Bodenverbeſſerung, Entwäſſerung durch offene Gräben, Drainage. Die Bodenbearbeitung und die entſprechen⸗ den Geräte: Handgeräte, Pflug, Egge, Walze. Das Saatgut, Ausführung der Saat, Pflege und Ernte; die entſprechenden Geräte und Maſchinen.

Obſt⸗ und Weinbau, 2 St.: Arten des Kern⸗, Stein⸗, Schalen⸗ und Beerenobſtes. Die Vermehrungsarten, die Veredelung. Die Baumſchule. Die Anpflanzung der Obſtbäume. Sortenwahl nach Verwendungszweck, Boden und Lage. Die Arteu der Weinrebe; Vermehrung und Erziehung; Anſprüche an Klima, Lage und Boden; Anlage, Behandlung und Düngung

der Weinberge. Lehrbücher: Krafft, Ackerbaulehre; Lucas, Obſtkultur; Wiedersheim, der Weinbau.

Winterhalbjahr: Ackerbau, 2 St.: Düngerlehre: Zweck der Düngung, abſolute, relative und indirekt wirkende Düngemittel. Stallmiſt und ſeine Behandlung, Jauche, menſchliche Exkremente, Kompoſt; ſtickſtoff⸗, phosphorſäure⸗ und kali⸗ haltige Düngemittel; Gips, Kalk und Mergel. Die Gründüngung. 4

Tierzucht, 2 St.: a) Züchtungslehre: Art⸗ und Raſſebegriff; die Vererbung und Anpaſſung; die Methoden der Züchtung. Die Aufzucht. b) Fütterungslehre: Allgemeine Bedingungen für den Wert der Futtermittel, Futtermittelarten, Zu⸗ bereitungsmethoden, Zuſammenſetzung der Futterrationen für verſchiedene Zwecke, Futterberechnungen, das Füttern. c) Die Pflege: Reinlichkeit, Putzen, Miſten, Stalltemperatur, Lüften; die Stallanlage.

Lehrbuch: Roemer, Grundriß der Tierzuchtlehre.

Buchführung, 2 St.; Einfache Buchführung: Tage⸗ und Arbeitsbuch, Kaſſenbuch, Haushaltsnaturalrechnung, Inventur⸗ Schlußrechnung mit Reinertragsberechnung.

1. Klaſſe, 8 Stunden wöchentlich.

Sommerhalbjahr: Wieſenbau, 1 St.: Die Wieſengräſer; die Anlage neuer Wieſen, die Planierung, Entwäſſer⸗ ung; Bewäſſerung, Waſſer und Boden; die Staubewäſſerung, der Hangbau, der Rückenbau, die Peterſen'ſche Drainbewäſſerung, Düngung, Verjüngung, Pflege und Ernte. Die Heubereitung, Braunheu, Sauerheu, Enſilage und Preſſen.

Milchwirtſchaft, 1 St.: Die Milch, das Melken, Behandlung der Milch, Rahmgewinnung, Buttergewinnung, Käſe⸗ bereitung; die Genoſſenſchaftsmolkereien.

Buchführung, 2 St.: Getreideregiſter, Molkereiregiſter, Rindviehzucht⸗ und Probemelkregiſter; Tagelohnregiſter, Be⸗ ſtellungs⸗ und Ernteregiſter. Die Grundſätze der doppelten Buchführung. Anlage des Hauptbuches mit Produktions⸗ und Hilfskontis. Contocorrent.

Betriebslehre, 2 St.: Die Betriebserforderniſſe. Das Grundkapital: Ackerland, Ackerklaſſifikation; Wieſen, dauernde Weiden, Gartenland, Holzung und Wald; Gebäude, Wohnhaus, Stallung und Scheune, Gebäudeunterhaltung; der Wirtſchafts⸗ hof, Lage und Einteilung der Flur. Das Betriebskapital: Geräte und Maſchinen, Nutzvieh, die tieriſchen und menſchlichen Arbeitskräfte; die umlaufenden Betriebsmittel.

Lehrbuch: Strauch, landwirtſchaftl. Betriebslehre. 1

Volkswirtſchaftslehre, 2 St.: Grundbegriffe wie Wirtſchaft, Gut, Wert, Tauſch, Verkehr, Kauf, Geld, Preis, Waare; Markt. Vermögen. Finanzen. Ertrag. Einkommen. Eigentum. Produktion und Konſumtion. Die Produktionsfaktoren.

Winterhalbjahr: Ackerbau, 1 St.: Wiederholung des geſamten Acker⸗ und Pflanzenbaues.

Tierzucht, 1 St.: Wiederholung der geſamten Tierzuchtlehre.

Betriebslehre, 3 St.(einſchließl. Buchführung): Wiederholung des Wichtigſten aus der Buchführung. Berechnungen über das Grundkapital, das Betriebskapital und die nötigen Arbeitskräfte. Die Betriebsleitung; Organiſation der Wirtſchaft, Wirtſchafts⸗ und Felderſyſteme, die Fruchtfolgen. Der Futterbau auf dem Ackerlande; die techniſchen Gewerbe. Ertragsberechnungen.

Volkswirtſchaftslehre, 3 St.: Entſtehung und Weſen des Geldes und der Münze. Münzſyſtem. Erſatz des baren Geldes durch Kredit. Perſonalkredit. Hypothekarkredit. Kreditanſtalten. Die Bedeutung des Genoſſenſchaftsweſens für die Landwirtſchaft. Das landwirtſchaftliche Verſicherungsweſen. Das Wichtigſte über Verfaſſung, Geſetzgebung und Verwaltung des Großherzogtums Heſſen und des deutſchen Reiches. Direkte und indirekte Steuern.

Chemie und Mineralogie. 3. Klaſſe, wöchentlich 4 Stunden.

Anorganiſche Chemie.

Penſum der 2. Klaſſe der Realſchule. Außerdem Hydrate und Salze. Arendt, Grundzüge der Chemie, Abſchn.= XVI. Wo ſich nur Gelegenheit bietet, werden die für die Landwirtſchaft wichtigen Verbindungen, ſofern ſie nicht ſchon im Lehrbuch enthalten ſind, eingefügt und beſchrieben.

4 Mineralogie. Üüberſicht über die wichtigſten Mineralien und Geſteine mit beſonderer Berückſichtigung der in der Umgegend von Groß⸗ Umſtadt vorkommenden. 2. Klaſſe, wöchentlich 4 Stunden. Chemie.

Anorganiſche Chemie. Partielle Reduktionen. Waſſerſtoffverbindungen. Beleuchtung und Heizung. Überſicht und Wiederholung. Arendt XVIIXX.