— 31—
im weiten Weltraume zu finden ſind, angewandt und dadurch die intereſſanteſten Reſultate erlangt, über welche nun am Schluſſe dieſer Abhandlung noch eine kurze Ueberſicht gegeben werden ſoll.
Die erſten in dieſer Richtung angeſtellten Beobachtungen wurden von Fraunhofer ausgeführt, welcher nicht nur Mond und Planeten, ſondern auch die Fixſterne mit Hilfe des lichtzerſtreuenden Prismas unterſuchte. Nach ihm finden wir Donati, Gladſtone und Andere mit ähnlichen Arbeiten beſchäftigt. Ihre volle, hohe Wichtigkeit gewannen dieſe Unterſuchungen erſt durch Erfindung der Spectralanalyſe und die durch Kirchhoff gemachte Entdeckung der Urſache jener in den Spectren ſchon lange beobachteten ſchwarzen Linien.
Alle von da an auf dieſem Gebiete gemachten Entdeckungen verdanken wir hauptſächlich den Engländern Huggins und Miller, ſowie dem Italiener Secchi, welche mit dem größten Eiſer ſich dieſen zum Theil ganz außerordentlich mühſamen und ſchwierigen Unterſuchungen gewidmet haben.
Die Planeten zeigen das Spectrum des Sonnenlichtes, doch treten bei manchen derſelben im prismatiſchen Farbenbilde noch beſondere Abſorptionslinien hervor, welche wohl einſt über die Be⸗ ſchaffenheit der ſie umgebenden Atmoſphäre Auskunft geben werden. In den Spectren von Uranus und Neptun, welche Secchi unterſuchte, erſcheinen dieſe Abſorptionsſtreifen ganz beſonders eigenthüm⸗ lich, ſo iſt z. B. im Uranusſpectrum die gelbe Farbe gänzlich ausgelöſcht. Der Mond beſtätigt durch ſein Verhalten die ſchon früher allgemein verbreitete Anſicht, daß ihm eine Atmoſphäre gänz⸗ lich fehle.
Die Fixſterne ſind, wie die Sonne ſelbſt, leuchtende Körper; ihre Spectren zeigen ſtets auf dem Grunde der Regenbogenfarben ſchwarze Fraunhofer'ſche Linien, doch gibt die Anordnung der⸗ ſelben jedem einzelnen einen individuellen Charakter. Daß auch dort gleiche Stoffe als auf unſerer Erde vorkommen, zeigt das Zuſammenfallen jener Linien mit den hellen Linien irdiſcher Elemente, deren Spectrum nach der früher angegebenen Methode mit dem Fiyſternſpectrum zugleich dargeſtellt wurde. So beſitzt z. B. nach den genauen Meſſungen von Huggins der Aldebaran folgende Stoffe:
1. Waſſerſtoff 5. Eiſen durch 5 Linien, nachgewieſen durch 2 Linien(Ha u. H) 6. Wismuth, 4„ 2. Natrium„ 2„. Tellur„ 4„ 3. Magneſium„ 3„ 8. Antimon, 3„ 4. Calcium„ 4 9. Queckſilber 4„
Beteigeuze(a im Orion) zeigt dieſelben Stoffe mit Ausnahme von Oueckſilber und Waſſerſtoff, welcher letztere ſonſt in faſt allen Fixſternen gefunden wird. Zu bemerken iſt zu dem angeführten Verzeichniß, daß nur die hellſten Linien verglichen worden ſind.—
Auch die verſchiedenen Farben der Fixſterne haben durch die Spectralanalyſe ihre Erklärung gefunden; ſie rühren von dem bei den einzelnen Sternen ganz verſchiedenartigen Auftreten der Fraun⸗ hofer'ſchen Linien her. Wenn dieſe in irgend einer Farbe des Spectrums beſonders zahlreich vor⸗ kommen, ſo wird dieſe geſchwächt und dadurch auch der Geſammtausdruck aller Farben beeinflußt. So zeigt z. B. der von Huggins beobachtete Stern a im Herkules ſehr ſtarke Linien im Roth, Grün und Blau, während im Gelb und Orange wenige derſelben vorkommen, er erſcheint deßhalb gelb, weil dieſe Farbe am wenigſten geſchwächt wird. Die Beobachtung der beſonders reiches Far⸗ benſpiel zeigenden Doppelſterne ergab dasſelbe Reſultat. Die rein weiße Farbe des Sirius rührt


