Jahrgang 
1904
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Anzabl Bürgeraus Vorurteil und geiſtiger Beſchränkt heit, teilweiſe aber auch aus verletztem Intereſſe und daraus erzeugter Verſ ſtimmung und üblem Willen gegen die Schule ins Werk geſetzt worden war. Ihre Veranlaſſung fand dieſe durch die Klagen, welche ſich namentlich gegen die Erhebung eines doppelten Unterrichtsgeldes von den Schülern der Vorbereitungsanſtalt ſeitens des Mitpredigers erhoben. Auch der hohe Mietpreis für die über laſſenen Räume, ſowie die Vergütung der Heiz zungskoſten erregten große Unzufriedenheit unter den Bürgern. Als Gönner der Anſtalt ſuchte der Kreisrat die allgemeine Zufriedenheit dadurch wiederherzuſtellen, daß er die Gehaltsbezüge des Mitpredigers anders regelte. Er bewog dieſen, auf das Unterrichtsgeld derjenigen Schüler, welche die Vorbereitungsſchule beſuchten, zu verzichten und in eine Herabſetzung des M eietpreiſes und der anderen Vergütung von fünfzig auf dreißig Gulden einzuwilligen. Dafür wurde ſeine Beſoldung von hundert auf 135 Gulden erhöht und eine weitere Aufbeſſerung derſelben für den Fall in Ausſicht geſtellt, daß durch einen beſſeren Beſuch der Schule die hierfür erforderlichen Mittel verfügbar würden.

Alle dieſe Bemühungen hinderten nicht, daß die gegen die höhere Bürgerſchule in Gang geſetzte Bewegung immer mehr an Umfang zunahm. Bis um die Mitte des Jahres 1848 hatte dieſe Wühlarbeit bereits dahin geführt, daß durch einen hieſigen Bürger namens Peter Wenzel eine Liſte zur Sammlung von bürgerlichen Unterſchriften in Umlauf geſetzt wurde, durch welche der Gemeinderat zur Zurücknahme ſeines Zuſchuſſes zur Unterhaltung der höheren Bürgerſchule beſtimmt werden ſollte. Nach vorherigem Benehmen mit dem Ortsſchulvorſtand willfahrte die Gemeinde⸗ vertretung in ihrer Sitzung vom 13. Mai 1848 dieſem Anſinnen unter der wohlfeilen Begründung, daß zu wenig bürgerliche Kinder ſich dieſer Schule anſchlöſſen.

Auf den Bericht, welchen Bürgermeiſter Ewald über dieſen be⸗ dauerlichen Beſchluß des Gemeinderats erſtattete, erwiderte der Kreisrat mit folgenden Worten:

Ich muß ſehr bedauern, daß die Zwecke, welc he ich zum Heile der Gewerbsleute dahier durch die Gründung einer höheren Bürgerſchule erreichen wollte, von dem Gemeinderat ſo ſehr verkannt werden, daß derſelbe zum Beſchluß der Aufhebung dieſer Anſtalt ſich veranlaßt ge⸗ funden hat, in einer Zeit, wo die Klagen über den Verfall der Gewerbe ſo ſehr überhand genommen haben, wo alſo ein in die Zukunft blickender Gemeindevorſtand gerade umſomehr bedacht ſein ſollte, daß die ſich heranbildenden Gewerbsleute die Bildung und Kenntniſſe ſich zu ver⸗ ſchaffen, welche allein geeignet ſind, den hereinbrechenden Notſtand zu entfernen, oder wenigſtens zu mildern.

Indeſſen können Wohltaten und nützliche Anſtalten nicht aufge drungen werden. Iſt es der Wille der Mehrheit der Bürger dahier,

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