welche der Gemeinderat vertritt, daß ihre Kinder auch künftig nicht
mehr wiſſen als ihre Voreltern, damit jährlich dreihundert Gulden erſpart werden, ſo genehmige ich vorläufig bis zur erfolgten höheren Entſchließung, obgleich mit ſchmerzlichem Gefühl, daß die höhere Bürger⸗ ſchule dahier wieder aufgehoben werde, und die frühere Schuleinrichtung wieder ins Leben trete.“
In ähnlichem Wortlaut äußerte ſich der Kreisrat in einem Schreiben an den Ortsſchulvorſtand zu Groß⸗Gerau und den Großb. Oberſchulrat zu Darmſtadt. Der letztgenannte Bericht verdient ebenfalls hier abgedruckt zu werden.
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„Mit großem Bedauern muß ich hohem Kolleg anzeigen, daß der Gemeinderat dabhier ſich jetzt in dieſer Zeit, wo an allem Beſtehenden gerüttelt wird, veranlaßt gefunden hat, die für rubrizierte Anſtalt be— willigten jährlichen 300 Gulden ferner nicht mehr auszahlen zu laſſen, folglich deren Fortbeſtehen unmöglich zu machen. Da Wohltaten nicht aufgedrungen werden können, ſo mußte ich den Antrag des Stadt⸗ vorſtandes genehmigen. Die bieſigen Schulen erhalten alſo wieder ihre frübere Einrichtung.“
Der Mitprediger Ritſert trat in ſein früheres Dienſtverhältnis
wieder zurück. Auf Verfügung des Kreisamts wurde dem Lehrer W. Becker der Gehalt noch ein Vierteljahr oder wenigſtens ſo lange, bis er eine andere Unterkunft gefunden habe, ausbezahlt. Auf dieſe Weiſe ging nach nur zwei—
jährigem Beſtehen die höhere Bürgerſchule ein. In gewiſſem Sinne war ſie ein Opfer der damals herrſchenden Revolution geworden.
(Schilling.)
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