Jahrgang 
1904
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16 des Jahrgangs 1845) wohl im Gegenſatz zu ihrer ſeitherigen Gepflogenheit Schüler herbeizuziehen. Unter Bezugnahme auf dieſe Ankündigungen nahm Pfarrer Clotz als vorſitzendes Mitglied des Orts⸗ ſchulvorſtandes Veranlaſſung, die Bezirksſchulkommiſſion von dem Beſtehen zweier Privatlehranſtalten zu unterrichten, deren Errichtung ohne die Ge⸗ nehmigung dieſer vorgeſetzten Behörde erfolgt war. Dieſe Beanſtandung hatte offenbar zur Folge, daß die ſeitber beſtebende Anſtalt einging, für deren Fortbeſtand der Kandidat Berghaus noch in letzter Stunde ſeine ganze Kraft eingeſetzt hatte.

Die neuzugründende Schule, welche alſo ohne behördliche Anerkennung ihre Tätigkeit aufgenommen hatte, arbeitete mit allen Mitteln daraufhin, eine ſichere Grundlage für ihren dauernden Beſtand zu gewinnen. Dies war um ſo notwendiger, als die Lehrer ihre Mitwirkung nur unter der Bedingung zugeſagt hatten, daß von ſeiten der beteiligten Eltern die nötigen Schritte getan würden, um ihnen die Erlaubnis zur Erteilung des Unterrichtes an der neugegründeten Schule bei der vorgeſetzten Behörde zu erwirken. Gegen die Erteilung des Privatunterrichtes durch die hieſigen Lehrer batte der damalige Kreisrat Heim nichts einzuwenden, ſoweit es ſich darum handelte, auf dieſem Wege veranlagten Volksſchülernzur ſchnelleren Entwickelung ibrer geiſtigen Anlagen und Kenntniſſe beſondere Förderung angedeihen zu laſſen; den von dem Mitprediger Ritſert und den Lehrern Ganzert, Becht und Schaffner vorgelegten Unter⸗ richtsplan hielt er aber durchaus nicht für geeignet, einer Privat⸗Lehr⸗ Anſtalt für höhere Bildung zur Grundlage zu dienen,indem die Unter richtsgegenſtände mit wenigen Ausnahmen dieſelben ſeien, welche den Zweck und Begriff der Volksſchule bezeichneten, und die wenigen Lehrgegenſtände, welche nicht zum Bereich der Volksſchule gehören, z. B. franzöſiſche und lateiniſche Sprache, in Berückſichtigung des Zwecks und des Umfangs des Unterrichts eine höhere Bildung keineswegs bewirken könne.

Auf dieſen Beſcheid hin richtetenmehrere Familienväter der Stadt Groß⸗Gerau am 2. Auguſt an das Kreisamt eine erneuteVorſtellung und Bitte, welche andere Vorſchläge für die Einrichtung der geplanten Anſtalt enthielt. Beſonderes Intereſſe erregt unter dieſen das Anſinnen, es möge der Mitprediger als Lehrer der erſten Mädchenklaſſe an der Volks⸗ ſchule von ſeiner Stellung als praeceptor literatus entbunden und ihm dafür die erſte Lehrerſtelle an der neuzubegründenden und von ihm auch zu leitenden Schule übertragen werden. Die Mädchen könnten der erſten Knabenklaſſe zugeteilt werden, ſo daß die Errichtung einer fünften Lehrerſtelle an der Volksſchule dadurch nicht nötig würde. Außer dem Mitprediger ſollten die drei übrigen Volksſchullehrer an der Anſtalt beſchäftigt werden.

Bei dem Entwurf ſeines Lehrplanes galt es dem Mitprediger Ritſert nur darum,zu zeigen, wie ſich unter den gegenwärtigen Verhältniſſen

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