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Wechſel ihrer Lehrer war die einſt ſo blühende Anſtalt in Rückgang geraten, aber den Bemühungen ihres neuen Leiters war es zu danken, daß ſie wieder einen erneuten Aufſchwung nahm. Ihr Beſuch ſteigerte ſich in verhältnismäßig kurzer Zeit derart, daß Berghaus nicht mehr imſtande war, die Arbeit allein zu bewältigen. Daher wurde ihm zu ſeiner Unterſtützung der Schulkandidat Landmeſſer,*) welcher kurz zuvor von dem Schul— lehrerſeminar zu Friedberg abgegangen war, beigegeben. Trotz dieſes ſcheinbaren Erfolges war das Intereſſe der Bürgerſchaft an dem Beſtehen einer derartigen Privatſchule in ſteter A lbnahme begriffen. Zu Oſtern 1845 war ſie zwar noch von etwa 17 Kindern beſucht, aber trotzdem ging ſie noch im Laufe des Jahres ein, nachdem ſie mit wechſelndem Geſchick un⸗ gefähr ein volles Jahrzehnt beſtanden hatte. Die Gründe für ihren Unter— gang ſind ſowohl in dem beſtändigen Wechſel des Lehrperſonales, welches hier keine Lebensſtellung fand, als auch in dem ſchwachen Beſuch, welcher den Eltern unverhältnismäßig große Opfer auferlegte, zu ſuchen.
Um dieſe Mißſtände ein für allemal zu beſeitigen, wandten ſich die „Teilnehmer der Privatlehranſtalt“*) im Dezember 1844 an den Stadtvorſtand der Gemeinde Groß⸗Gerau mit einem Erſuchen um Übernahme derſelben als Gemeindeanſtalt. Begründet wurde dasſelbe damit, daß auf ſolche Weiſe„auch minder bemittelte Kinder Gelegenheit fänden, tüchtige Leute zu werden.“ Der Gemeinderat lehnte dieſes Geſuch kurzer Hand ab, bewilligte aber auf die warme Fürſprache des damaligen Bürgermeiſters Ewald die Summe von 130 Gulden, deren Zurücknahme er ſich für den Fall vorbehielt, daß„die Schule kein Gedeihen fände.“ Mit Hilfe dieſer Unterſtützung hofften„die Teilnehmer der Privatlehranſtalt“ ihrem Unternehmen eine zweckentſprechendere Geſtaltung geben zu können. Sie ſuchten daher bei dem Kreisamt um die Zuwendung des von der Gemeinde bewilligten jährlichen Zuſchuſſes unter dem ausdrücklichen Hinweis auf die beabſichtigte Reform ihrer Anſtalt nach. Sie fanden indeſſen bei dieſer Behörde nicht das erwartete Entgegenkommen, obgleich ſie auf zwei Jahre die Verpflichtung übernehmen wollten, für die etwa fehlenden Gelder zur Beſtreitung der Koſten aus eignen Mitteln aufzukommen. Trotz dieſes weitgehenden Zugeſtändniſſes ſchien das Unternehmen finanziell doch nicht derart geſichert, daß es die nötige Gewähr für eine ausſichtsvolle Zukunft hätte bieten köͤnnen. Das Intereſſe für dieſe Anſtalt war eben im Abnehmen begriffen.
*) Aus einer Schilderung ſeines Lebens⸗ und Bildungsganges iſt zu ent⸗ nehmen, daß er an dieſer Privatanſtalt vom April bis Ende Dezember 1845 tätig war. Es war dies der nachmalige Kreisſchulinſpektor zu Bensheim.
**) Borngeſſer, Aktuar; Amendt, Kreisbauaufſeher; Lauer, Apotheker; Greifenſtein, Steuererheber; L ahr, Kaufmann; Loeffler; Heumann; J. A. Leidhecker.
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