Jahrgang 
1938
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verheißungsvollen Aufklang des Feſtes Ausdruck und leitete damit einen ſehr befriedigenden geſelligen Abend ein, zu deſſen Gelingen noch viele Einzelredner aus der Schar ehemaliger Schüler und eine Spielgruppe jetzi⸗ ger Schüler beitrugen. 1

Galt dieſer Abend der Pflege kameradſchaftlicher Geſelligkeit, ſo ſtand der Vormittag des Sonntags unter dem Zeichen ehrfürchtiger Verpflichtung unſeren Toten gegenüber. Im würdig geſchmückten Flur der Schule hatte ſich vor der Gedenktafel eine andächtige Gemeinde vereint. Ernſte Chöre und feierliche Muſik unter Leitung von Muſiklehrer Blaß leiteten über zur Anſprache von Profeſſor Dr. Schmoll, der die Toten als unſterbliche Mittler zwiſchen einer großen Vergangenheit und den hohen Zielen der Gegenwart und Zukunft feierte und zur Nachfolge in ihrem Geiſt aufrief. Gedichte und Kranzſpenden vor der Ehrentafel und dem Ehrenmal im Garten der Schule ſchloſſen die ergreifende Feier ab. Die Gäſte hatten danach Gelegenheit, Ausſtellungen von Segelflugzeugmodellen und von Zeichnungen zu beſichtigen. Zahlreiche Be⸗ ſucher nahmen die Gelegenheit wahr, ſich über die Handfertigkeit der Schüler und die Einrichtungen der Schule einen unmittelbaren Einblick zu verſchaffen.

Am Sonntag Mittag fand der Jubiläumsfeſtakt in der Volkshalle ſtatt. Nach der Begrüßung der Ehrengäſte durch Ob.⸗St.⸗Dir. Leonhard(Oberrealſchule) ſprach der Direktor des Realgymnaſiums über die Geſchichte der Gießener Realanſtalten und ſtellte beſonders eindrucksvoll dar, wie ihre Entwicklung als Spiegelbild der Stadt⸗ und Staatsgeſchichte erſcheint, ſei es nach der politiſchen, wirtſchaftlichen, ſozialen oder kulturellen Seite hin. Herzliche Glückwünſche der Regierung(Oberſchulrat Dr. Leip), der Stadt nebſt Behörden und Wehrmacht(Oberbürgermeiſter Ritter), der Partei(Ortsgruppenleiter Pg. Holländer), der Gießener Schulen(Ob.⸗St.⸗Dir. Dr. Wolkewitz), ſowie der Vereinigung ehemaliger Realgymnaſiaſten(San. Rat Dr. Becker) fanden herzlichen Beifall und bewieſen die freudige Teilnahme und die Gefühle der Ver⸗ bundenheit, die dem Schuljubiläum allſeits entgegengebracht wurden. Dieſes weitete ſich in ſeinem geſel⸗ ligen Teil, der am Abend in der überfüllten Volkshalle ſtattfand, zu einem ſtimmungsvollen Volksfeſt aller Kreiſe aus. Dabei gefielen beſonders die turneriſchen Ubungen, die in bunter Folge in das Spiel der Kapelle eingelegt waren. Tanz und frohes Treiben bis früh in den Morgen hinein.

Am Montag, den 5. Juli, klangen drei prächtig verlaufene Feſttage in friedlicher, turneriſcher und ſportlicher Leiſtungsſchau der beiden Schulen auf dem Univerſitätsſportplatz aus. Unter Leitung von Turn⸗ lehrer Paul und Studienrat Dr. Duſeberg(Oberrealſchule) maßen ſich ausgewählte Mannſchaften in ver⸗ ſchiedenen Wettſpielen, nebenher ging eine feſſelnde, in immer neuen Bildern abrollende Überſchau über das Gebiet der Körperſchule und des Leiſtungsturnens. Mit dieſen ſportlichen Darbietungen endete das Feſt. Es bewies in allen ſeinen Einzelveranſtaltungen die lebendige, nach allen Richtungen im Geiſte des Natio⸗ nalſozialismus wirkſame Leiſtung der Schule, feſtigte alte und knüpfte neue Bande kameradſchaftlicher Be⸗ ziehungen, gab Zeugnis von dem vertrauensvollen Verhältnis zwiſchen Schule und Umwelt und lohnte ſomit den willigen und hingebenden Einſatz aller aufs Schönſte. Aus ſolcher Einſtellung iſt die Leiſtung der Vergangenheit lebendig und die Arbeit an Gegenwart und Zukunft eine freudig erfüllte Pflicht.

Schuchmann.

Realgymnaſium wird Langemarckſchule.

Einen weiteren Markſtein in der Geſchichte der Anſtalt bedeutet der 8. Januar 1938, an dem in einer eindrucksvollen Feier das Realgymnaſium den verpflichtenden Namen Langemarckſchule erhielt. Nach⸗ dem die von dem Direktor der Lehrerſchaft vorgeſchlagene Bezeichnung Langemarckſchule von dem Herrn Reichsſtatthalter Sprenger genehmigt worden war, hatte Herr Oberſtudiendirektor Angelberger die Führer der Gliederungen der NSDAp. und die Spitzen der Behörden in Gießen, die Schulgemeinde, Eltern, Lehrer und Schüler am Morgen des 8. Januar in die ſtimmungsvoll geſchmückte Turnhalle zu einer Weiheſtunde eingeladen. Die wärmſten Glückwünſche der anweſenden Gäſte überbrachte Herr Stadtſchul⸗ rat Rebeling. Chor und Orcheſter der Langemarckſchule wirkten in würdiger Weiſe mit. Die durch die muſikaliſchen Darbietungen erweckte feierliche Stimmung wurde noch geſteigert durch den Vortrag von Kriegsgedichten und einer Schilderung des Heldenſturms von Langemarck. Im Mittelpunkt der Feier ſtand die von Herzen kommende und zu Herzen gehende Feſtrede des Leiters der Anſtalt. Hierin wertete er als

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