Jahrgang 
1888
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1.

Zur Geſchichte der Anſtalt im Schuljahre 1887/88.

Dem vorigen Jahresberichte haben wir eine kurze Mitteilung über die Jubelfeier des 50jährigen Be⸗ ſtehens der Realſchule nachzutragen, mit der das Schuljahr 1886/87 am 25. und 26. März v. J. einen freundlichen Abſchluß fand.

Freitag den 25. März, Abends 7 ½ Uhr, fanden ſich Freunde und ehemalige Schüler der Anſtalt in großer Zahl zu einem Feſtbankett in Steins Saal zuſammen. Feſtliche Muſik, gemeinſamer Geſang und mannigfache Anſprachen hielten die Verſammlung bis zu ſpäter Stunde vereinigt. Großen An⸗ klang fanden ein von dem ehemaligen Realſchüler und nunmehrigen Direktor des ſtädtiſchen Gaswerkes Otto Bergen verfaßtes launiges Feſtgedicht und ein vom Geſamtchor geſungenes Lied des Kollegen Dr. Theiſen. Die Geſangvereine Liederkranz und Sängerkranz verſchönerten den Abend durch eine Reihe trefflicher Geſangsvorträge.

Der eigentliche Feſtakt fand Samſtag den 26. März, Vormittags 10 Uhr, in der feſtlich ge⸗ ſchmückten ſtädtiſchen Turnhalle ſtatt. Auch ihn beehrte eine zahlreiche Verſammlung durch ihre An⸗ weſenheit. Das Programm lautete folgendermaßen:

1. Geſang: Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre, von Beethoven. Anſprache des Direktors. Geſang: Groß iſt der Herr! von Ph. E. Bach. Anſprache des Prof. Dr. Buchner. Geſang: Treue Liebe bis zum Grabe, von C. A. Mangold. 6. Geſang: Comitat, von Mendelsſohn.

Zwiſchen den beiden letzten Geſängen wurde der Anſtalt eine Reihe von Beglückwünſchungen dar⸗ gebracht. Zuerſt ſprach Herr Realgymnaſialdirektor Soldan aus Mainz als Beauftragter der oberſten Schulbehörde und zugleich im Namen des Realgymnaſiums und der Realſchule zu Mainz. Sodann ergriff der Vertreter der Landesuniverſität, Se. Magnificenz der Exrektor Prof. Dr. Freiherr von der Ropp, das Wort und nächſt ihm Herr Geh. Baurat Prof. Dr. Schmitt, der Ueberbringer einer künſtleriſch ausgeſtatteten Glückwunſchadreſſe der Techniſchen Hochſchule zu Darmſtadt. Die Glück⸗ wünſche der oberſten Kirchenbehörde überbrachte Herr Prälat Dr. Habicht aus Darmſtadt, diejenigen der Stadt Gießen Herr Bürgermeiſter Bramm, der zugleich von einem reichen Angebinde Mitteilung machte, welches die Stadt der Anſtalt zugewieſen hatte. Das Gymnaſium zu Gießen hatte ſeine Glückwünſche in einer kalligraphiſchen Adreſſe zum Ausdruck gebracht, die Herr Gymnaſialdirektor Prof. Dr. Schiller verlas und überreichte. Herr Realgymnaſialdirektor Dr. Schön aus Offenbach und Herr Dr. Vigelius, Direktor der höheren Mädchenſchule dahier, beide im Namen der von ihnen geleiteten Schulen ſprechend, beſchloſſen die Reihe der zur perſönlichen Beglückwünſchung Erſchienenen.

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