Jahrgang 
1915
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die maͤdchen haben den größten Ceil des Unterrichtes, beſonders Spra⸗ chen, mit den Unaben gemeinſam. ierdurch genießen ſie den vorteil, dieſe Scher mit größerer Intenſität zu treiben, als es die Mädchenſchulpläne zu⸗ laſſen. Andererſeits bleidt den Etern die Iöglichheit, ihre Cöchter bei beſon⸗ derer Begabung ohne neue Schwierigkeiten zum Realſchullehrplan übertreten zu laſſen. Am geſamten Unterricht der Mädchen ſteht au erſter Stelle die Ruaſcht auf ihre Geſundheit. Schwächere Kinder, die auf öffentlichen Schu⸗ len aus geſundheillihen Gründen von zahlreichen Unterrichisſtunden dis⸗ penſiert werden mußten, und ſo körperlich zwar gewannen, aber in der gei⸗ ſtigen Durchbildung teilweiſe unerſetzliche Derluſte erlitten, können hier in den kleinen Kbieilungen und bei der dadurch möglichen geringen Stunden⸗ zahl meiſens 3, höchitens 4 Stunden täglic) den vollen Unterricht geniehen und körperlich troßdem gedeihen.

die in langlähriger Cehriätigkeit auf pädagogiſchem und wiſſenſchaft⸗ lichem Gebiete geſammelten Erfahrungen des Ceiters der Eiſtalt, die Ein. richeung von Arbeitsſtunden unter ſtrenger Aufſicht, ſowie die genaue Kennt. nis des für die prüfungen geforderten Guantums an Wiſſen ſind die omente, die ſchnelle und dauernde Jörderung des Schülers und einen Erfolg des Un⸗ terrichts gewährleiſen.

Durch meine Unterrichtsmethode, die den Schülern das zu Erlernende faßlich und Rlar macht, iſt es mir ſteis gelungen, meine Schuler ſchnell und wirkſam zu fördern. Jch habe bei jungen Ceuten, ſelbſt in vorgerüchterem Kller, die nur dürſtig begabt und von ihren Lehrern faſt aufgegeben die Cuſt zum Lernen verloren hatten, durch meine richtige Behundlung und Lehr⸗ methode Luſt und Ciebe zum Kernen zu erwecken gewußt und dieſelben ſicher zu ilrem Ziele gefllhrt, Eine anſehnliche Anzahl von ehemaligen Schülern verdanlit mir ihre Erfolge auf der Schule und bei den Prüfungen.

mein ganz beſonderes Streben war es bisher und wird es auch ferner⸗ hin ſein, in den Charakter meiner Zöglinge einzudringen und bei Gelegenheil auf denſelhen einzuwirken. Ich war und bin meinen Schülern nicht bloß der Cehrer, ſondern auch ein vüterlicher Freund und ſteter Ratgeber.

Sänrtliche Lehrer ſind ſtaatlich geptüft und zu ihrer Cütigleit am pädagogium vom Gr. Miniſterium des Innern, Abt. f. Schulen, zugelaſſen.

II. Das Schülerheim.

Mit dem Pädagogium iſt ein Schülerheim verbunden, in dem auswär⸗ tigen Schulern im Kuſchluh an die Jamilie des Direktors ein angenehmes, die eigene Familie möglichſt erſetzendes Reim geſchaffen wird. Das Schul⸗ und Wohnhaus liegt in einem etwa 1 hektar groben Garten in der beſten Lage Gießens auf dem nach der Stadt zu abfallenden Seltersberge mit weiter