I. Die Schule.
das Gießſener pädagogium hat das Fiel, junge Ceute zum Einjährigen⸗, Sähnrich⸗, Primaner⸗ und Abiturientenexamen vorzubereiten, daneben auch Schülern jüngeren Alters die Nöglichkeit zu geben, alles Verſüumte nachzu⸗ bolen und ſich für Klaſſen höherer Cehranſtalten vorzubereiten. Diegnſtalt ſleht unter ſtaatlicher Kufſicht. Die ſchulpflichtigen Schüler der Unterſtufe ſind ohne weiteres von der offentlichen Schulpflicht entbunden. erfügung des Groß⸗ herzoglichen Niniſteriums vom 13. Mai 1914.)
Der Unterricht wird in den Klaſſen Serta bis Ober⸗Prima, die nach Be⸗ darf kombiniert werden, meiſt vormitlags(mit Kusnahme des Abendkurſus) in 5 ſogenannten Kurzſtunden erteilt; Beginn und Ende desſelben werden ſo gelegt, daß auswärkige Schüler möglichſt gut die betreffenden Eiſenbahnzüge erreichen können. Cäglich finden beauſſichtigte Arbeitsſtunden ſtatt, von denen auswärtige Schüler befreit werden können. Unterrichtsfücher ſind: Religion, Deutſch, Tatein, Griechiſch, Franzöſiſch, Engliſch, Nathematik, Naturkunde, Phnſis, Chemie, Geſchichte, Geographie, Turnen. Der Cehrplan iſt der der Oberrealſchulen— für Gnmnaſiaſten und Realgymnaſiaſten ſind Sonderabtei⸗ lungen vorhanden— und ſo eingericſtet, daß die Schüler in einem halben Jahre mindeſtens das Jahrespenſum einer öffentlichen höheren Cehranſtalt bearbeiten. Mithin kann ein Schüler je nach den mitgebrachten Kenntniſſen das Einjähricen⸗Eramen nach 2 bis 12 Monaten, das Abiturienten⸗Eramen u Jahre nach beſtandener Einjährigen⸗Prüfung beſtehen. Auf öffentlichen Schulen nicht verſetzte Schller arbeiten im erſten Halbjahr das Penſum der ohme Erfolg beſuchten Vlaſſe durch, im zweiten halbjahr das der Ulaſſe, in die ſie nicht verſetzt wurden. Sie können dann nach Verlauf eines Jahres an einer zffentlichen Schule die Kufnahmeprüfung für die Klaſſe machen, in die ſie bei regelmähig erfolgter erſetzung gekommen wären, d. h. ſie lolen das ſonſt verlorene Jahr wieder ein.— Der Erfolg des Unterrichts liegt in der Organſſation desſelben begründet. bweichend von der Einrichtung der meiſten öffentlichen Schulen mit der großen Zahl von Schülern in einer Klaſſe wird der Zägling hier in lleinen Abteilungen durchaus individuell unterrichtet. Bei der Kusbildung wird in der gewiſſenhafteſten Krt und Weiſe auf den geiſtigen und körperlichen uſtand eines jeden, auf Vorbenntniſſe und Charakter Rück ſicht genommen. Durch ſtrenge Beaufſichtigung, dauernde Beobachtung wird dafttr geſorgt, daß auch der weniger begabte und körperlich ſchwächliche Schü⸗ ler, ohne an ſeiner Gefundheit Schaden zu nehmen, ſein iel erreicht.
Die Unterrichtsſtunden müſſen auf das pünktlichſſte von den Schülern innegehalten werden. Fehlt ein Schüler im Unterricht, ſo wird den Eltern hier⸗ von ſofort mitteilung gemacht.
Aufgenommen werden Anaben und Müdchen vom 9.Cebenslahre ab.


