— 7— erregte unſere Bewunderung. Ein herrlicher Bau in ſeiner machtvoll breit hingelagerten Schwere. Dabei innen von einer trotz marmorner Treppen imponierenden Schlichtheit. es muß eine Luſt ſein, in ſolchem Hauſe bedeutenden Lehrern zu lauſchen.— Doch zurück zu unſerer Jahrt. Flachdem uns das Freiburger Artillerieregiment gaſt⸗ lich aufgenommen, gings am nächſten Morgen mit der Bahn bis zur Station Himmlreich. Hier ſollte die eigentliche Jußwanderung durch den ſüdlichen Schwarzwald beginnen. Vom Himmelreich gings— ins Höllental. Graufiger Frame, aber herrliche Landſchaft. Immer neue, frohe Lieder führten uns die ſtark ſteigense Straße hinauf am Sieſchſprung und an der Ravennaſchlucht vorbei nach Titiſee. as wild zerklüftete Tal entließ uns zu einem herrlichen Blick auf den zirka soo Meter hoch liegenden Ste. lach kurzer Raſt gings weiter. Das anfangs etwas trübe Wetter klarte ſich mehr und mehr auf und der Ruckſack zeigte bei der immer ſtärker werdenden Steigung bald, daß noch genügend in ihm war. Wenn dieſer oder jener nicht mehr ſo recht weiter konnte, dann„wurde die Landſchaft betrachtet“, ein euphemiſtiſcher Ausdruck für„Luft ſchnappen“. Endlich nach langem Steigen kam der auf ſeinen Höhen noch mit Schnee bedeckte eldberg in Sicht und wurde mit kräftigem, dreimaligem Zeilruf begrüßt. Doch wer geglaubt hatte, daß wir nun bald am Fiele wären, hatte ſich gründlich geirrt. Noch zwei Stunden angeſtrengten Steigens ge⸗ brauchten wir, ehe wir am Feldbergerhof und Bismarckdenkmal vor⸗ bei auf dem hoͤchſten Gipfel anlangten. Auch hier nur eine kurze Raſt, da die Alpen im Uebel lagen und nicht geſehen werden konnten, ſchnell eine Aufnahme der Wanderer im Schnee gemacht, dann gings binab nach Menzenſchwand. Hinab, ja eigentlichl Aber uneigentlich verliefen wir uns und landeten nach nochmaligem ſtarkem Steigen auf dem Herzogen⸗ZHorn. Von da gings ohne Weg nach dem Kom⸗ paß. Der dadurch notwendige Abſtieg an einer faſt so0 Imeter hohen, ziemlich ſteilen Wand war nicht ganz leicht, führte uns aber dem erſehnten Fiele greifbar naͤber. Faſt 60 Kilometer waren wir an diefem Tage gelaufen, trotzdem wurden die 0 Kilometer des folgen⸗ den Tages, der uns durch das herrliche Albtal nach Albbrück fübrte, gut zurückgelegt. Ales war geſund und munter und— müde. Und dennoch bewunderten wir nach unſerer Ankunft in Tieuhauſen, wohin uns der Fug gegen 1 Uhr brachte, in heller Begeiſterung den im mondſchein überwäͤltigend ſchön daliegenden Rheinfall bei Schaff⸗ bauſen. Wenn Goethe einſt ſchrieb, man werde nie alle Empfindun⸗ gen, die dieſe vraturerſcheinung in uns bervorruft, reſtlos zum Aus⸗
Jahrgang
1914
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