— 8— druck bringen können, ſo fanden wir das am anderen Morgen beim Blick vom Känzeli und Fiſchatz auf die gewaltigen, den Helſen hinab⸗ donnernden Waſſermaſſen erſt recht beſtätigt.— Doch weiter! mit dem Dampfer gings ſtromauf nach Konſtanz. Auf dem Unterſee über⸗ raſchte uns ein ziemlich ſtakes Gewitter. Ein Bltz ſchlug in ein von unſerem Schiffe gar nicht allzu weit entferntes kleines Schifferboot und erſchlug den Inſaſſen, einen Schiffer aus Ermattingen, wie wir ſpäter erfuhren. Die Fraturgewalten in ihrer Rieſengröße und die Aleinbeit des Menſchen kamen uns an dieſem Tage unſerer Jahrt ſo recht zum Bewußtſei
Ronſtanz hatte ſein Feſtkleid angelegt. Doch nicht, wie wir ſelbſt⸗ verſtändlich zuerſt im Bewußtſein unſerer Bedeutung annahmen, um uns, leider! Die badiſchen Aſtiniſter und Landtagsabgeordneten weil⸗ ten in den auern der Stadt. Jum erſten Inale ſeit hundert Jahren, wie ein Abgtordneter auf dem abends im alten Ronzilgebäude ſtatt⸗ findenden Feſtbankett in ſeiner Rede betonte. Ubrigens ein Ort, be⸗ deutende Feſte zu feiern, wie er beſſer nicht zu finden iſt. Die Saal⸗ decken werden von gewaltigen Eichbäumen getragen, zwiſchen denen ſchon uß ſein Todesurteil empfing, und das Groß⸗onzil der katho⸗ liſchen Rirche von 1414 bis 141s ſattfand, das einzige auf deutſchem Boden. Sie haben gegrünt, als die Rarolinger noch regierten, und vielleicht haben ſie einem auf der Jagd ermüdeten Herrſcher aus dieſem Hauſe zu erquickender Raſt kühlenden Schatten geſpendet. Schauer ahnungsvoller Erinnerung an jene Glanzzeiten deutſcher Ge⸗ ſchichte wurden beim Durchſchreiten der Säle in uns wach. Altes und Meues reicht ſich hier unten am Bodenſee die Hand: Ronſtanz und Friedrichabafen. Hier der Glanz alten Bürgereichtums(„Ron⸗ ſtantia dives“ ſagt der Chroniſn), dort der Aebling des Deutſchlands von heute: Graf Zeppelin. Gern, allzugern hätten wir einen Blick in sie Werkſtätte dieſes groen Deutſchen geworfen, aber das gräßlichſte Regenwetter vereitelte dieſeen Wunſch, und am nächſten Morgen gings nordwärts am Hohentwiel, dem Ekkehardberge, vorbti über Donaueſchingen, wo wir zum Beſuche der Vonauquelle noch einmal Halt machten, durch unzäblige Tunnels, beſonders bei Triberg, in ununterbrochener Kahrt wieder nach Gießen.— Sechs Tage waren wir unterwegs, unendlich viel Schönes in Natur und menſchenwert baben wir geſchen. Das beſte Sonnenwetter hatte uns bis zum ietzten Tage begleitet. Rein Wunder, wenn alle Teilnehmer trotz einer gewiſſen Enüdigkeit freudig bereit waren, die Tour gleich noch ein⸗ mal zu machen. Ziel und Zweck der Jahrt, der Jugend die Schönbeit


