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Beginn des neuen Schullahres.
Das Croßberzogliche Miniſterlum des Innerne Abteilung für Schulen, erkennt das Pidagogium als Privarſchule an⸗ indem es den Unterricht der Unterſtufe als Erſaß der ſtaatlichen Schul⸗ pflicht genehmigt.
Schwarzwaldfahrt: Der Giegener Anzeiger brachte in rr. 92 vom 17. Juni nachſtehenden Bericht:
Glühend heiß brannte die Sonne vom Bimmel herab auf un⸗ ſeren erſten Ablochplatz bei ̃iegelhauſen am leckar. Unſere Felte, die das Regiment Raiſer Wilhelm liebenswürdigſt geliehen hatte, ge⸗ wäͤhrten einen guten Schutz gegen die glühenden Strahlen, und bald ſchmorte und kochte es in allen Toöpfen.„Das iſt der Duft der Rüche“ ſang einer aus der hungrigen Schar mit großer Begeiſterung. Und Hunger hatten wir alle. Seit der Abfahrt am 2. Juni morgens um „S6 Uhr von Gießen hatten wir, mit zehn Teilnehmern des Gieße⸗ ner Pädagogiums, kaum etwas gegeſſen. zmit einer ungeſtmen Jugendkraft, die überhaupt nicht erſchöpfbar ſchien, waren wir in Heidelberg aus dem D⸗Fug gellettert, aber allein ſchon der Marſch auf das Schloß mit 40 Pfund im Ruckſack hatte uns gezeigt, daß wir keinen Speziergang vor uns haben wütden, ſondern eine tüchtige ſportliche Leiſtung. Galt es doch noch, auf unſerer Fahrt den Feldberg bei Freiburg mit ſeinen 15oo Eſtetern zu beſteigen.— Doch langſam, cins nach dem andern. Eſſen ſtärkt jn wohl, macht aber auch träge. War es dechalb zu verwundern, daßß wir mit einem rachen gen Heidelberg fuhren och ein letzter Blick auf das Schloß, deſſen An⸗ blick immer und immer wieder das Herz mit Freude erfüllt, ging es unter frohen Scheffelliedern zur Bahn und dann mit dem V⸗ug nach Straßburg. Die Schwarzwaldberge zu unſerer Linken wurden höher und böher, die Hornis⸗Grinde grügte beriber, als wollte ſie ſagen: „Seht frohe Geſellen, ſo hoch müßt Ihr ſteigen und noch einmal die Zälfte hoͤher, dann habt Ihr meinen geößeren Bruder bei Freiburg bezwungen.“ Doch das konnte uns gar nicht ſonderlich imponieren. Der lnenſch iſt ja dann immer am leichteſten bereit, ſich ſeiner Lei⸗ ſtungen zu rühmen, wenn er— nichts zu leiſten hat. Als wir am Bahnbof in Straßburg erfuhren, daß unſer Quartier(Raſerne des Fuß⸗lrtillerie⸗Regiments vir. 10) noch ¼ Stunden entfernt lag, wur⸗ den ſelbſtverſtändlich aller Geſichter lang und länger. Glucklich an⸗ gekommen, ging es mit derſelben Selbſtverſtändlichkeit ans— Eſſen. Nie um eine Ausrede verlegen, wenn es gilt, ſich ſelbſt zu vertei⸗ digen, behauptete man allgemein, der Ballaſt im Ruckſack müßte ent⸗
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