Zur Geſchichte der Anſtalt.
Drei Jahre der Arbeit und des Erfolges liegen hinter uns. Aus den beſcheidenen Anfängen der„Brackemanns privaten Vorberei⸗ tunggkurſe“ vom Jahre 1912 hat ſich das Paͤdagogium zu einer über Gießen hinaus gekannten und geachteten Schule entwickelt. Trotz des Rrieges, der tief in die wirtſchaftlichen Verhältniſſe auch des einzelnen eingreift, bat ſich die Schülerzahl um s vermehrt. Gewiß ein Feichen för das Anſeben, das die Anſtalt ſich zu erwerben gewußt hat, und eine Beſtätigung dafür, daß es der Schule mehr und mehr gelungen iſt die Worte des Unterfertigten aus dem Jahresbericht von Oſtern 1918 zu verwiklichen.„ Indem der Unterfertigte an dieſer Stelle allen Eltern, die ihre Söhne ſeinem Unterricht übergaben und ſo das Aufblüben der jungen Schule ermöglichten, ſeinen Dank ausſpricht für das hierdurch bewieſene Vertrauen, verbindet er damit zugleich im lamen ſeiner Lchrer das Verſprechen, entſprechend den dielen der Schule das Gießener Pädagogium zu einer notwendigen Ergänzung der beſtehenden höheren Schulen ausbauen und durch Herbeiführung guter und anhaltender Erfolge den Ruf der Anſtalt immer mehr för⸗ dern zu wollen.“] Nicht wenig zu der guͤnſtigen Weiterentwicklung bat der Umſtand beigetragen, daß der Unterfertigte am 15. Mai 1915 vom Großb. Iminiſterium d. J, Abteilung für Schulen, die Erlaub⸗ nis erhielt, eine Unterſtufe für Schulpflichtige zu gründen, durch deren Beſuch die Schüler der geſetlichen Schuipflicht genügen. Da⸗ mit iſt die Anſtalt als Privatſchule ſtaatlich anerkannt.—
Bei Ausbruch des Rrieges trat zunachſt ein Rückgang in der Schüler⸗ zahl um annäbernd Sogb ein, der Abendkurſus und die Abiturienten⸗ abteilung wurden ganz aufgelöſt, da faſt ſämtliche Schüler dieſer Rlaſſen in irgendeiner Form— meiſt als Kriegofreiwillige— unter die Waffen traten. Der Unterricht wurde vom J1. Auguſt bis 1. Sep⸗ tember geſchloſſen, indem die Jerien von Sommer und Herbſt mit je 14 Tagen zuſammengezogen wurden. Ulach der Wiedereröffnung des Unterrichts vertrat den Unterfertigten in Leitung und Unterricht Herr Lehramtsreferendar Keßler. Am 1. Oktober verwundet aus Frank⸗ reich zurück, nahm die Heilung einen ſo verbältnismagig guten Ver⸗ lauf, daß der Unterfertigte vom 18. Dezember ab die Geſchäfte wieder übernehmen konnte und auch in Fukunft wegen erfolgter Dienſtun⸗ brauchbarkeitserklärung und Entlaſſung aus dem aktiven Heertsver⸗ bande dauernd wird weiterführen können.


