6
Verſchiedenes.
Wie ſchon in Jahre 1924/25, ſo haben wir auch im vergangenen Schuljahr unter freiwilliger Beteiligung unſrer Schüler einen kleinen Betrag(50 Pfg. im letzten Schul⸗ jahr) erhoben, um bei vorkommenden Anglücksfällen den Eltern über die dringendſten Koſten für ſofortige ärztliche Hilfe, Transport und weitere ärztliche Behandlung hinweg zu helfen. Die Einrichtung, die nebenbei auch ihre ſozialpädagogiſchen Werte beſitzt, hat ſich gut be⸗ währt, waren wir doch imſtande, in allen Fällen den Eltern, die durch Anfälle ihrer Kinder in der Schule betroffen wurden, ſogar diesmal ſämtliche Auslagen ſofort reſtlos zu erſetzen. Auf den Gedanken, eine eigene Anfall⸗Anterſtützungskaſſe zu gründen, waren wir durch die übertriebenen Prämien⸗Forderungen der Verſicherungsgeſellſchaften an Oſtern 1924 und 1925 gewieſen worden.
Einer Verfügung des Landesamtes für das Bildungsweſen, den Sparſinn der Jugend zu fördern, ſind wir inſofern nachgekommen, als wir mit Anterſtützung der hieſigen Be⸗ zirksſparkaſſe eine Schulſparkaſſe eingerichtet haben. Die Spartätigkeit begann am 13. No⸗ vember; es beteiligten ſich über 400 Schüler, die wöchentlich gegen 200 Mark einlegten.
Anter Leitung von Studienrat Kreiling wurde ein wahlfreier Lehrgang in der Einheitskurzſchrift für die Obertertia abgehalten.
An einem Kurſus des Studienrats Prof. Weißgerber zur Erlernung des Schach⸗ ſpieles beteiligten ſich 12 Schüler aus den Sekunden und Primen.
Eine Ausſtellung von Schülerzeichnungen veranſtalteten vom 27. bis 30. März die Zeichenlehrer Klein und Reallehrer Hebermehl im Zeichenſaal unſerer Schule.
Dem Studienrat Dr. König wurde im Laufe des Winterſemeſters ein Lehrauftrag an der Aniverſität für Grenz⸗ und Auslandsdeutſchtum und dem Anterzeichneten für das Winterſemeſter ein ſolcher für Allgemeine Didaktik an dem mit der Tech⸗ niſchen Hochſchule Darmſtadt verbundenen Pädagogiſchen Inſtitut in Mainz erteilt.
Das pädagogiſche Seminar.
Dem unſrer Anſtalt angegliederten pädagogiſchen Seminar gehörten an Oſtern 1925 aus dem Schuljahr 1924/25 noch die folgenden Studienreferendare an: Dr. Walter Gerhardt, Dr. Hilmar Bindewald, Friedrich Franke, Dr. Eliſabeth Kredel, Dr. Adolf Noll und Gertrud Schleſinger. Von ihnen wurde am 1. Juli Stud.⸗Ref. Dr. Gerhardt zur Fortſetzung ſeines Vorbereitungsdienſtes(Probejahr) dem Realgym⸗ naſium in Gießen überwieſen. Stud.⸗Ref. Dr. Noll wurde auf ſein Nachſuchen durch Verf. des L. f. d. B. vom 26. 6. 25. aus dem heſſiſchen Schuldienſt entlaſſen. Sämtliche übrigen Referendare ſchieden nach Beendigung ihres Seminarjahres am 1. Oktober 1925 aus dem Seminar aus.
Oſtern 1925 traten neu in das Seminar ein die Studienreferendare Auguſt Bläßer, Dr. Hugo Stotz, Dr. Karl Steitz, Wilhelm Müßig, Dr. Rudolf Feick, Wilhelm Schuchmann und Dr. Julius Zeuch(zugleich Lehrer an der Stadtmädchenſchule Gießen). Von dieſen wurden zu auswärtigen Vertretungen herangezogen Dr. Steitz(Realſchule in Wimpfen, vom 9. November bis 15. Februar), Müßig,(Oberrealſchule am Friedrichsplatz in Offenbach, vom 13. Oktober bis 24. November), Dr. Feick(Liebigsoberrealſchule in Darm⸗ ſtadt, vom 2. November bis Weihnachten und vom 14. Januar bis Oſtern), Schuchmann (Realſchule und Realprogymnaſium in Laubach, vom 2. November bis 7. Dezember).
Zu den an Oſtern 1925 eingetretenen kamen im Oktober 1925 die Studienreferendare Dr. Kurt Herz, Armin Bender, Dr. Karl Faber, Karola Hirſch und Anna Weimar.
Das pädagogiſche Seminar zerfiel in folgende Abteilungen: . Allgemeines pädagogiſches Seminar(Dr. Roller) 4 Stunden wöchentlich; Deutſches Seminar(Dr. Kiefer) 2 Stunden wöchentlich im Sommer; Neuſprachliches Seminar(Dr. Roller) 2 Stunden wöchentlich im Sommer; Mathematiſches Seminar(Dr. Männchen) 2 Stunden wöchentlich im Winter; Hiſtoriſches Seminar(Wentzel) 6 Wochen à 2 Stunden im Sommer;
☛˙—


