8 ſchluß daran ſprach Studienrat Prof. Michel nach einleitender Vorleſung ausgewählter Schriftworte ein Gebet, in dem er den ernſten Empfindungen der Stunde Ausdruck verlieh; dann folgte der von einem Teil des Schülerchors vorgetragene Choral„Jeſus meine Zu⸗ verſicht“ im vierſtimmigen Satz von J. S. Bach. Die Gedächtnisrede für den Entſchlafenen und ſeine Würdigung hatte der Anterzeichnete übernommen. Die Feier ſchloß mit der „Marche Héroiĩque“ von Schubert.
Auch einem unſerer großen Dichter und dem größten Denker unſeres Volkes wurden Stunden der Andacht gewidmet. Am 200 jährigen Geburtstage Klopſtocks (10. Mai 1924) verſammelten ſich die Schüler der oberen Klaſſen zu einer Feier in der Turnhalle, bei der Studienrat Dr. Kiefer über die Bedeutung des Dichters ſprach, während Kants große Perſönlichkeit durch Herrn Aniverſitätsprofeſſor Oberſchulrat Dr. Meſſer den Schülern der Oberklaſſen ſämtlicher hieſigen höheren Lehranſtalten in verſtändlicher Weiſe am 2. Juli 1924 in der Turnhalle der höheren Mädchenſchule vor Augen geführte wurde. Wir ſprechen hierfür Herrn Profeſſor Meſſer unſeren beſonderen Dank aus.— 1
Anfang Januar 1925 ſtarb ein früherer langjähriger Lehrer unſerer Schule, der Rektor Karl Jann, der ſeit dem 16. Oktober 1919 im Ruheſtand lebte. Er war faſt ein halbes Jahrhundert an dem Realgymnaſium und der Oberrealſchule tätig. Namens der Lehrkörper beider Anſtalten ehrte ihn Herr Oberſtudiendirektor Henk vom Realgym⸗ naſium durch Niederlegung eines Kranzes am Sarge.
Beſichtigungen und Prüfungen.
Vom 8.—12. September beſuchte Herr Miniſterialrat Dr. Dorfeld die Schule—⸗ Bei dieſer Gelegenheit beſichtigte er den Anterricht der älteren Mitglieder des pädagogiſchen Seminars, wohnte einer Seminarſitzung bei und leitete die Prüfungslehrproben, die mündliche Staatsprüfung von 6 Studienreferendaren und die Reifeprüfung für Nichtſchüler.
Einen zweiten Beſuch ſtattete Herr Miniſterialrat Dr. Dorfeld der Schule vom 17.— 19. Februar 1925 ab. Er wohnte wiederum einer Sitzung des pädagogiſchen Seminars und dem Anterricht einiger in der Ausbildung begriffenen jüngeren Herren bei, beſichtigte den Schwimmunterricht der Klaſſe IVi, leitete die Staatsprüfung eines Studienreferendars und die Neifeprüfung für Nichtſchüler und führte den Vorſitz bei der ordentlichen Reife⸗ prüfung der Klaſſe lai am 19. Februar, bei der 10 Schüler und 3 Schülerinnen beſtanden.
Mit der Leitung der ordentlichen Reifeprüfung der Klaſſe las am 20. Februar, bei der 14 Schüler beſtanden, war der Anterzeichnete beauftragt. Bei den beiden Neifeprüfungen waren insgeſamt 13 Schüler und 3 Schülerinnen von der mündlichen Prüfung befreit.
Einer außerordentlichen Reifeprüfung, gleichfalls unter dem Vorſitz des Anterzeichneten, unterzogen ſich am 16. September 1924 mit Erfolg ein Schüler und eine Schülerin, die im Frühjahr 1924 nicht beſtanden hatten.
Körperliche Ausbildung.
Wie ſeit Jahren, ſo wurden auch in dieſem Schuljahre die Turnſpiele in den Turnunterricht einbezogen. Schlag⸗, Fauſt⸗ und Handballſpiele wurden vorzüglich betrieben, gelegentlich wurde auch Fußball geſpielt. Allwöchentlich, am Mittwoch nachmittag, fand ein für die Schüler von Quarta bis Oberprima verbindlicher Spielnachmittag ſtatt, von dem nur diejenigen auswärtigen Schüler befreit waren, die mit der Bahn zur Schule kommen. Die Schüler waren in 4 Spielgruppen eingeteilt, die von 4 Herren des Lehr⸗ körpers beaufſichtigt wurden. Befreiungen vom Spielnachmittag erfolgten im Verhältnis zu den Befreiungen im Turnen.
Auf Wunſch der Schüler veranſtalteten wir im Herbſt und Winter drei Wettſpiele mit anderen Schulen, zwei gegen die Auguſtinerſchule in Friedberg und eines gegen die Oberrealſchule in Butzbach.


