Jahrgang 
1925
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Am 19. September fanden die Reichsjugendwettkämpfe ſtatt. Anſere Anſtalt war mit 146 Schülern beteiligt, von denen 94 mit Preiſen bedacht wurden.

Zum erſtenmal wurde in dieſem Jahre der Schwimmunterricht verſuchsweiſe für eine unſerer 4 Quarten allgemein verbindlich eingeführt. Nur ein Schüler mußte auf Grund eines ärztlichen Atteſtes befreit werden. Dem eigentlichen Schwimmen ging ein Kurs im Trockenſchwimmen in der Turnhalle von Oſtern bis Pfingſten voraus, damit die Schüler die Teil⸗ und Geſamtbewegungen ſchon kannten, bevor ſie ins Waſſer gingen. Seitens der Eltern wurden uns keinerlei Schwierigkeiten bereitet, ſondern ſie bezahlten bereitwillig die kleine Ausgabe für das Bad(20 Pfg. ſtatt 40), ebenſo die Vergütung für Erlernung des Schwimmens(4 Mk. ſtatt 8). Bei 3 Schülern kam die Schule für die Ankoſten auf. Mit dem Erfolg können wir recht zufrieden ſein. Es ſoll deshalb nicht bei dem Verſuche bleiben, ſondern von Oſtern 1925 ab werden ſämtliche Quarten zum Schwimmen geführt. Die Trockenſchwimmübungen werden als Freiübungen im Turnunterricht am Schluſſe des Schuljahres in der Quinta geübt. Nach Verlauf einiger Jahre werden von Quarta an aufwärts ſämtliche Schüler des Schwimmens kundig ſein. Wie gern die Jungen ins Waſſer gehen, beweiſt die Tatſache, daß ſchon nach einigen Wochen auch andere Klaſſen den Wunſch äußerten, eine Turnſtunde zum Schwimmen benutzen zu dürfen. Dies konnten wir noch in 5 Fällen durchführen, da uns die Oberleitung des Schwimmbades in jeder Hinſicht entgegenkam, ſo daß wir jetzt 6 Klaſſen wöchentlich einmal in einer Turnſtunde zum Schwimmen führen.

Die Freuden des Winterſports(Rodeln und Eislauf), denen unſere Schüler im vorigen Winter in ſo ausgiebigem Maße huldigten, blieben ihnen in dieſem Winter der ſchlechten Witterung wegen verſagt.

Die monatlichen Spaziergänge fanden, ſoweit uns das Wetter keinen Strich durch die Rechnung machte, regelmäßig ſtatt. Ein Tagesausflug führte die Schüler in die weitere Amgebung Gießens. Einige Klaſſen beſuchten unter Führung ihrer Klaſſenlehrer auf 2 Ztägigen Touren den Odenwald, Heidelberg, die Rhön uſw.

Der Geſundheitszuſtand war bei den Schülern und Lehrern im allgemeinen gut. Längere Erkrankungen kamen ganz vereinzelt und Epidemien überhaupt nicht vor.

Die Quäkerſpeiſung.

Die Huäkerſpeiſung wurde bei Beginn des Schuljahres fortgeſetzt. Sie beſtand zu⸗ nächſt noch aus dem warmen Frühſtück mit einem Brötchen. 120 Schüler nahmen an dem Eſſen teil. Später wurde die Zahl der zu ſpeiſenden Schüler für unſere Anſtalt auf 160 erhöht. Gleichzeitig trat eine Aenderung im Speiſeplan ein. Außer der üblichen Art des Frühſtückes wurde eine ſogenannteverſtärkte Portion verabreicht.

Bald ſtellte ſich jedoch heraus, daß die Ernährungsverhältniſſe in den Familien unſerer Schüler ſich beſſerten, und der anfangs ſtarke Zuſtrom zur Quäkerſpeiſung hörte auf; ja es fiel ſogar ſchwer, immer die nötige Zahl von Schülern zuſammenzubringen. Da dieſe Tatſache an faſt allen höheren Lehranſtalten beobachtet wurde, ſtellte man ſchließlich die Speiſung für dieſe Anſtalten ein.

Als Abſchluß der Speiſung kann das Kinderdankfeſt gelten, das in ganz Deutſchland ſtattfand, und das in Gießen auf der Liebigshöhe veranſtaltet wurde. Die Gießener Jugend, die an der Quäkerſpeiſung teilgenommen hatte, beteiligte ſich recht zahlreich dabei; unſere Anſtalt war mit 138 Schülern, die von 2 Herrn des Kollegiums begleitet waren, vertreten. So kam der Dank unſerer Schüler für dieſe immerhin recht ſegensreiche Einrichtung auch öffentlich zum Ausdruck.

Stiftungen. Für die phyſikaliſche Sammlung erhielten wir: 1. Von dem Vater eines Schülers 50 Mark.

2. Von Herrn Müller Weimer in Dillheim b. Wetzlar einen Schiebewiderſtand, ein Voltmeter, ein Gleichſtrom-Wechſelſtrom⸗Dynamo.